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600 Euro für die Kinder im Regenwald

Spende für Regenwald
Datum:
Veröffentlicht: 25.9.19
Von:
Klaus-Stefan Krieger
Absolventen der Caritas-Fachakademie für Sozialpädagogik spendeten dem Projekt „Fazenda Sauva“ in Brasilien

600 Euro haben die Absolventen der Caritas-Fachakademie für Sozialpädagogik in Bam- berg für die Fazenda Sauva im Atlantischen Regenwald Brasiliens gespendet. Der „stattliche Betrag, der den früherer Jahre deutlich übertrifft“, wie Religionslehrer Horst Engelhardt hervorhob, kam beim Abschlussgottesdienst mit Aussendung der Berufspraktikanten zusammen. „Passend am Friday for Future“ (Engelhardt) wurde die Spende an den Verein „Der Regenwald und seine Kinder“ überreicht.

Ihre Tochter Bianca und ihr Schwiegersohn Cebolinha hätten im Nordosten Brasiliens ursprünglich Grund gekauft, um Regenwald wieder aufzuforsten, erzählte bei der Spendenübergabe Edith Kühnert. Dann hätten sie gesehen, wie dort Familien in Armut leben. Die Kinder könnten kaum schreiben, lesen oder rechnen. Sie müssten auf dem Feld helfen; oft falle der Unterricht in der staatlichen Schule wochen- oder monatelang aus, da die Lehrkraft bei Regen das Gebiet nicht erreichen könne. So hätten die Jugendlichen keine Chance, einen Beruf zu erlernen. Die Mädchen seien zwischen dem 13. und 16. Lebens- jahr das erste Mal schwanger. Die Perspektivlosigkeit fördere Alkohol- und Drogenabhängigkeit.

Bianca und Cebolinha hätten es sich zum Ziel gesetzt, den Kindern Bildung zu vermitteln, etwa durch Hausaufgaben- und Nachhilfe. Motiviert würden die Kinder, indem sie ein warmes Essen bekommen und von „Meister“ Cebolinha in Capoeira unterrichtet werden. Capoeira ist eine Mischung aus Tanz und Kampfkunst. Für die Kinder im Regenwald, de- nen es an sinnvollen Freizeitaktivitäten fehlt, ist Capoeira eine willkommene Abwechslung. „Außerdem lernen sie dadurch Disziplin und Respekt“, berichtet Edith Kühnert.

Kindern wie Erwachsenen wollen Bianca und Cebolinha wieder Gespür für die Natur nahebringen. Statt Monokultur zu betreiben, deren Ernte ihnen für sehr wenig Geld von der Industrie abgekauft wird, sollen sie wieder vom Regenwald leben. So soll ein ManiokHaus entstehen, in dem sie die Wurzel, ein Hauptnahrungsmittel, selbst verarbeiten können statt sie zu verkaufen.

Die Spende der FAkS-Absolventen soll für den Bau einer Schule verwendet werden. Bis- her unterrichten Bianca und Cebolinha auf der Veranda ihres Hauses oder unter freiem Himmel. Entstehen soll in Holzbauweise ein Kulturraum, der vor allem über ein Dach verfügt. Wände sind bei den Durchschnittstemperaturen selbst in kühleren Zeiten von 21 bis 23 Grad entbehrlich.

Ihren Namen hat die Fazenda von der Blattschneiderameise. Die Sauva gilt als Inbegriff von Fleiß.

Weitere Informationen finden sich auf der Homepage www.fazenda-sauva.com, die auch in Deutsch verfügbar ist.