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Berufspraktikum – begleitet in den Beruf starten

Bp

Das Berufspraktikum bildet den Abschluss der gegliederten Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin bzw. zum staatlich anerkannten Erzieher. Nach zwei überwiegend schulischen Ausbildungsjahren geht es nun für ein Jahr schwerpunktmäßig in die Praxis.

Dabei geht es um weit mehr als darum, bereits Gelerntes anzuwenden: Im Berufspraktikum übernehmen unsere Studierenden zunehmend selbstständig pädagogische Verantwortung, entwickeln ihr professionelles Handeln weiter und wachsen Schritt für Schritt in ihre zukünftige Rolle als pädagogische Fachkraft hinein.

Dauer: 12 Monate

 

Wie läuft das Berufspraktikum ab?

Das Berufspraktikum wird in einer geeigneten sozialpädagogischen Einrichtung absolviert. Möglich sind beispielsweise Kindertageseinrichtungen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, heilpädagogische Arbeitsfelder oder andere geeignete sozialpädagogische Einrichtungen.

Die Praktikumsstelle muss vor Beginn des Berufspraktikums durch die Fachakademie genehmigt werden. Zwischen der Praktikantin bzw. dem Praktikanten und dem Träger der Einrichtung wird ein Praktikumsvertrag geschlossen.

Während des Berufspraktikums arbeiten die Studierenden überwiegend in ihrer Einrichtung. Gleichzeitig bleiben sie Teil unserer Fachakademie und werden während des gesamten Jahres durch eine Praxislehrkraft begleitet.

 

Begleitung durch unsere Fachakademie

Auch im Berufspraktikum lassen wir unsere Studierenden mit den neuen Herausforderungen des Berufsalltags nicht allein.

Die Begleitung umfasst unter anderem:

  • regelmäßige Seminar- und Unterrichtstage an der Fachakademie

  • persönliche Begleitung durch eine Praxislehrkraft

  • Praxisbesuche in der jeweiligen Einrichtung

  • Austausch und Reflexion der eigenen pädagogischen Arbeit

  • Unterstützung bei fachlichen und beruflichen Fragestellungen

  • Begleitung bei der Erstellung der Facharbeit

  • Vorbereitung auf die praktische Abschlussprüfung und das Colloquium

Die Seminarveranstaltungen sind ein verbindlicher Bestandteil des Berufspraktikums. Für die Bearbeitung schulischer Aufgaben stehen den Berufspraktikant:innen entsprechend der Fachakademieordnung außerdem wöchentlich drei Stunden innerhalb der Arbeitszeit zur Verfügung.

 

Unser besonderes Tutorenmodell

Eine Besonderheit an unserer Fachakademie ist das Tutorenmodell, das wir bereits seit 2005 praktizieren.

Eine Tutorengruppe besteht in der Regel aus fünf bis sechs Berufspraktikant:innen aus unterschiedlichen sozialpädagogischen Arbeitsfeldern. Dadurch kommen verschiedene Erfahrungen, fachliche Perspektiven und pädagogische Ansätze zusammen.

Die Mitglieder der Gruppe stellen sich gegenseitig ihr erworbenes Fachwissen zur Verfügung, diskutieren Fragen aus ihrem Berufsalltag und reflektieren gemeinsam herausfordernde pädagogische Situationen.

Das Besondere dabei: Die Tutorentreffen finden nicht ausschließlich an der Fachakademie statt. Sie werden abwechselnd von den Studierenden in ihren jeweiligen sozialpädagogischen Einrichtungen gestaltet. So erhalten die Mitglieder der Tutorengruppe auch Einblicke in unterschiedliche Einrichtungen, Konzepte und Arbeitsfelder.

Die zuständige Praxislehrkraft begleitet die Tutorengruppe und unterstützt insbesondere die fachliche Reflexion.

So entsteht ein Lernort, an dem Praxiserfahrung, fachlicher Austausch und kollegiale Beratung unmittelbar miteinander verbunden werden.

 

Leistungsnachweise im Berufspraktikum

Auch während des Berufspraktikums werden die fachliche Entwicklung und die praktische Arbeit kontinuierlich begleitet und bewertet.

Dazu gehören insbesondere:

  • Besuche der Praxislehrkraft in der Einrichtung

  • ein Praktikumsbericht

  • Zwischen- und Abschlussbeurteilungen der Praxiseinrichtung

  • die Facharbeit

Die Facharbeit entsteht unmittelbar aus der praktischen pädagogischen Arbeit. Dabei setzen sich die Studierenden vertieft mit einer selbst gewählten pädagogischen Fragestellung auseinander und verbinden fachwissenschaftliche Erkenntnisse mit ihren eigenen Erfahrungen aus der Praxis.

 

Der Abschluss der Ausbildung

Das Berufspraktikum endet mit dem zweiten Abschnitt der staatlichen Abschlussprüfung.

Dieser umfasst:

Praktische Prüfung

Die praktische Prüfung findet in der Regel in der Einrichtung statt, in der auch das Berufspraktikum absolviert wird. Dabei zeigen die Studierenden, dass sie pädagogische Situationen fachlich begründet planen, selbstständig gestalten und anschließend reflektieren können.

Colloquium

Im Colloquium steht die professionelle Reflexion pädagogischen Handelns im Mittelpunkt. Neben methodischen und pädagogischen Fragestellungen werden auch Kenntnisse aus dem Bereich Recht und Organisation einbezogen.

Mit dem erfolgreichen Abschluss des Berufspraktikums, der praktischen Prüfung und des Colloquiums ist die Ausbildung abgeschlossen und die Berufsbezeichnung

„Staatlich anerkannte Erzieherin“ bzw. „Staatlich anerkannter Erzieher“

erreicht.

 

Berufspraktikum nach einer Externenprüfung

Auch Quereinsteiger:innen bzw. sogenannte andere Bewerber:innen, die den ersten Prüfungsabschnitt der Erzieher:innenausbildung im Rahmen einer Externenprüfung erfolgreich abgelegt haben, können sich für die Durchführung und Begleitung ihres anschließenden Berufspraktikums an unserer Fachakademie bewerben.

Damit möchten wir auch Menschen einen Weg zum staatlich anerkannten Berufsabschluss ermöglichen, die ihre Vorbereitung auf die Abschlussprüfung außerhalb des regulären zweijährigen Ausbildungsgangs absolviert haben.

Wenn Sie den ersten Prüfungsabschnitt bereits als externe Bewerberin bzw. externer Bewerber bestanden haben und Ihr Berufspraktikum gerne über unsere Fachakademie absolvieren möchten, nehmen Sie frühzeitig Kontakt mit uns auf.

Wir prüfen gemeinsam:

  • die bereits abgelegten Prüfungen und vorhandenen Unterlagen

  • die Voraussetzungen für die Aufnahme in das Berufspraktikum

  • die Eignung der vorgesehenen Praktikumsstelle

  • die weitere schulische Begleitung bis zum Abschluss

Eine Aufnahme erfolgt nach individueller Prüfung der jeweiligen Voraussetzungen und vorhandenen Kapazitäten.

 

Gut zu wissen

Das Berufspraktikum ist kein Jahr „ohne Schule“. Praxis und Fachakademie arbeiten während des gesamten Ausbildungsabschnitts eng zusammen. Praxisanleitung, Praxislehrkraft, Seminarveranstaltungen, Tutorengruppe und die eigene Einrichtung unterstützen die Studierenden dabei, ihre professionelle Rolle weiterzuentwickeln.

Unser Ziel ist, dass unsere Absolvent:innen am Ende nicht nur eine Prüfung erfolgreich bestanden haben, sondern sicher, reflektiert und gut vorbereitet in den Beruf als Erzieher:in starten können.