Begegnungen, die uns berühren

Eine-Welt-Tage an der FAKS

Durch den Tag begleitete uns Okba, der 2015 aus Syrien geflohen war und mittlerweile weltweit Projekte und Workshops zum Thema „Interkulturelle Kompetenz“ anbietet. Ab und an mit dabei war auch Siba, seine Frau. - Mit dem Spiel „Begrüßungen aus aller Welt“ starteten wir gemeinsam in den Tag, denn die Art und Weise, wie wir Menschen, die wir treffen, begrüßen, sagt viel über uns und unsere Kultur aus. Nach dieser Aufwärmübung nimmt uns Okba gedanklich mit nach Syrien und erzählt vom Leben in seinem Heimatland und warum er es verlassen musste. Wir hören von der Schönheit der Städte und der reichen syrischen Kultur, aber auch von den Auswirkungen des Terror-Regimes auf das Leben von Okba und seiner Familie. Es herrscht absolute Stille, als Okba uns vom Krieg und seiner Flucht berichtet. - Nach Jahren des Bürgerkrieges ist das Assad-Regime am 8. Dezember 2024 überraschend schnell zusammengebrochen. So steht die Frage im Raum, was dies für die Menschen vor Ort bedeutet und wie ein Leben in den weitgehend zerstörten syrischen Städten aussehen kann. Wir haben das große Glück, unsere Fragen per Live-chat direkt an Okbas Schwester in Syrien stellen zu können. Sie berichtet uns, dass es oft nur stundenweise Wasser und Strom gibt und dass es aufgrund der fehlenden Ordnungshüter zu vielen kriminellen Delikten kommt. Als Lehrerin ist es ihr zudem ein besonderes Anliegen, dass die syrischen Kinder wieder regulär beschult werden. - Danke an euch beide, dass ihr uns dieses besondere Gespräch ermöglicht habt! - Die Themen Krieg und Flucht sind durch den direkten Austausch mit Okbas Schwester in der Gruppe sehr präsent und werden von Okba mit Zahlen, Fakten und Geschichten aus aller Welt noch vertieft. Im sog. Weltspiel setzen sich die Studierenden noch mit weiteren Fragen auseinander: Wie viele Menschen sind weltweit auf der Flucht? Welche Länder sind von den Migrationsbewegungen besonders betroffen? Und was führt überhaupt dazu, dass Menschen ihr Land verlassen? - Am Ende des Eine-Welt-Tages hören wir noch, wie es nach Okbas Flucht weiterging und welche Erfahrungen er mit dem Ankommen in Deutschland und der deutschen Kultur gemacht hat. Okba ist ein richtiger Geschichtenerzähler und so hätten wir ihm wohl noch weitere Stunden, mal betroffen, mal lachend, zuhören können. Klar ist uns allen, dass wir mit Okbas Erzählungen heute eine Erfolgsgeschichte der gelungenen Integration gehört haben. – Durch das Feedback am Ende des Tages wurde deutlich, dass sich die angehenden Erzieher/-innen intensiv mit Themen auseinandersetzen konnten, die für ihre Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und deren Familien von großer Bedeutung sind und die zu einem differenzierteren Verständnis und einer erhöhten Sensibilität im Umgang mit Menschen mit Fluchterfahrung führen werden. - Viel zu schnell ist das PPH-Zeitfenster heute verflogen. Wir sagen an dieser Stelle nochmal ganz herzlichen Dank an Okba und auch an seine Frau Siba, die leider nur phasenweise beim Eine-Welt-Tag dabei sein konnte. - Wir wünschen euch beiden und eurer Familie alles Gute und bedanken uns, dass wir euch und euer Leben näher kennen lernen durften. (von Dr. U. Roppelt)



