„Bevor du über mein Leben urteilst, ziehe meine Schuhe an und laufe meinen Weg.“


In der Ausbildung von angehenden Erzieher/innen an der FAKS hat das Thema „Psychische Störungen“ deshalb einen besonderen Stellenwert. Gemeinsam mit Mitarbeitern aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie Bayreuth haben wir einen Raum geschaffen, das schwierige Thema „seelische Krisen“ im Psychologieunterricht besprechbar zu machen. Das bedeutet, Warnsignale zu kennen, jugendtypische Bewältigungsstrategien zu diskutieren, herauszufinden, was die Seele stärkt, Ängste und Vorurteile gegenüber psychischen Krisen zu hinterfragen und zu erfahren, wer und was helfen kann.
Begegnungen mit betroffenen Menschen haben bei diesem Thema eine besondere Bedeutung, denn sie können uns mit ihrer Lebensgeschichte einen tiefen Einblick geben, was es heißt, mit einer psychischen Erkrankung zu leben und wie es gelingen kann, psychische Krisen zu meistern. Wir hatten das große Glück, im Rahmen der beiden Thementage Thorsten kennen zu lernen, der selbst als Erzieher gearbeitet hat und uns von seinem Leben berichtet. Er hat uns einen tiefen Einblick gewährt und uns auf seinen bisherigen Lebens- und Leidensweg „mitgenommen“. Für seinen Mut und seine Offenheit sind wir Thorsten sehr dankbar. Als Ausdruck dieser großen Dankbarkeit haben die 2. Kurse ihm einen Spendenbetrag über 200 Euro für die „Rote Katze e.V.“ mitgegeben. Dies ist ein Bayreuther Verein, der Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen bei der Entdeckung und Entwicklung ihrer kreativen Begabungen unterstützt. Auch Thorsten hat in der Roten Katze einen Ort gefunden, um seine künstlerische Ader sichtbar zu machen. Einige Werke von ihm können auch hier bewundert werden.
In Ergänzung zu den beiden Thementagen im 2. Kurs hatten wir die Wanderausstellung „Wie geht’s?“ im Foyer der FAKS, die aus 10 Bannern rund um das Thema „psychische Gesundheit“ besteht. Die Helden der Ausstellungstafeln sind junge Menschen. Sie sprechen über ihre psychischen Gesundheitsprobleme und darüber, was ihnen geholfen hat, dass sie sich heute wieder besser fühlen. Eine gute Möglichkeit, mit Jugendlichen über das Thema „psychische Krisen“ ins Gespräch zu kommen.



