Bienvenue en Tunisie


Zusammen mit Iwona von Polentz konnte ich so eine Fortbildungsreise nach Tunesien organisieren, deren Ziel die Entwicklung von pädagogischen und interkulturellen Kompetenzen war. Einige besondere Erfahrungen sollen hier erwähnt werden. Im Jugendzentrum erleben wir selbstbewusste Jugendliche, die viel Interesse für das Leben in Deutschland zeigen und sehr an einem interkulturellen Austausch interessiert sind. Wir sind beeindruckt von diesen jungen Menschen, die sich mit so viel Enthusiasmus für die Zukunft ihres Landes einsetzen.- Die Grundschule Abdou Al Qasim begrüßt uns herzlich in ihrer Mitte. Die Lehrkräfte sprechen - wie überall - mindestens 3 Sprachen fließend (arabisch, französisch, englisch und häufig auch noch deutsch). Nach der Begrüßung hält der 10-jährige Schulsprecher noch eine kurze Rede auf Englisch. In seinen Worten schwingt Stolz und Selbstbewusstsein mit. Wir erleben einen sehr lebendigen Unterricht mit vielfältigen (Montessori-)Methoden, eine große Herzlichkeit im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen und eine sehr entspannte und konzentrierte Lernatmosphäre. - Wir treffen zwei Menschen, die sich einer besonderen Herausforderung stellen und uns davon berichten: In der tunesischen Hafenstadt Zarzis finden Fischer immer wieder Leichen ertrunkener Migrant/innen am Strand. Chamseddine Marzoug, ein ehemaliger Fischer, begräbt sie. Es ging ihm gegen den Strich, dass niemand bereit war, den Toten wenigstens eine letzte Ruhestätte zu geben. Ein Schild steht nun dort am Strand: "Friedhof der Unbekannten" ist darauf zu lesen. Der Künstler Mohsen Lihidheb sammelt seit 23 Jahren Gegenstände, die vom Meer an die Strände von Zarzis gespült werden, um das Bewusstsein für die Not der Geflüchteten zu schärfen. Mohsen stellt die Gegenstände in seiner kleinen Gedenkstätte aus oder verwandelt sie in Kunstinstallationen. - Die Berufsfachschule in Houmt Souk (Djerba) bietet jungen Menschen die Möglichkeit, eine Ausbildung zum/zur Erzieher/in zu absolvieren. Im Fachgespräch mit dem Kollegium entdecken wir viele Parallelen zu unserer Ausbildung in Bayern. Mit großer Ernsthaftigkeit, Konzentration, Neugierde und einer hohen Lernbereitschaft bringen sich die jungen Menschen in den Unterricht ein. - Die Geisteswissenschaftliche Universität in Medenine empfängt unsere Delegation. Auch bei diesem Besuch können wir nur staunen über so viel Engagement der angehenden Lehrkräfte. „Die Kinder sind unsere Zukunft. Ihnen müssen wir das Beste geben, das wir haben! - so können wir unseren Beitrag für unser Land und eine bessere Zukunft leisten“. Diese Aufbruchstimmung spüren wir im ganzen Land. - Immer wieder tauchen wir ein in die arabische Kultur und hatten sogar die Möglichkeit einer Stippvisite in die Stein- und Sandwüste Tunesiens. Die Fortbildungsreise war etwas ganz Besonderes und so nehmen wir zahlreiche Ideen und Anregungen mit zurück in unseren Koffern nach Bamberg. Shukran, Merci, Dankeschön an Mohamed, Najeh, Iwona und Nina! (von Dr. Ulrike Roppelt)







