Das Taschenprojekt – eine Idee zieht Kreise

(von Dr. U. Roppelt)

An dieser Stelle soll ein Solidaritätsprojekt skizziert werden, das im Rahmen von „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“ entstanden ist: das Taschenprojekt. Lisa Hornung (Studierende der 2b) hat das Projekt im Rahmen eines Gottesdienstes auf Burg Feuerstein mit folgenden Worten präsentiert:
„Nun möchte ich euch einladen, den Weitblick auf einen anderen Kontinent und in ein anderes Land, den Senegal, zu wagen. Die Caritas-Fachakademie verbindet seit vielen Jahren eine Partnerschaft mit Thiès. Bischof André Gueye, der Bischof von Thies und auch Pate unseres Profils „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“, möchte gemeinsam mit den Jugendlichen aus Thiès die Problematik der vielen Plastiktüten vor Ort angehen. Im Senegal gibt es keine Müllverwertung wie Recycling oder Mülltrennung. Gleichzeitig werden Tag für Tag Unmengen an Plastiktüten benutzt, die man beim Lebensmitteleinkauf erhält. Wir kennen diese Situation auch aus Deutschland und es ist noch nicht sehr lange her, dass wir andere Wege im Umgang mit Verpackung eingeschlagen haben.“
Das Taschen-Projekt möchte Bischof André in Kooperation mit Studierenden der Fachakademie realisieren. Ziel ist es, dass die senegalesischen Jugendlichen selbst Stofftaschen nähen und diese an die Lebensmittelkette Auchan vertreiben - sodass dort Plastiktüten durch Stofftaschen ersetzt werden. Die Jugendlichen, die oft keine berufliche Perspektive und keinen Schulabschluss haben, werden dabei mit dem Know-how eines Schneiders vor Ort begleitet. So haben sie die Möglichkeit, sich eine eigene Existenz aufzubauen. Hierfür braucht es mehrere Nähmaschinen, die durch das Taschenprojekt der Fachakademie finanziert werden. Stofftaschen werden von der Projektgruppe der Fachakademie mit antirassistischen Sprüchen bedruckt und zu verschiedenen Anlässen verkauft. Diese Einnahmen sichern den Kauf der Nähmaschinen im Senegal. Ein Projekt, das Hoffnung und Perspektiven für junge Senegalesen schafft und gleichzeitig einen Beitrag zu Plastikvermeidung leistet.
Unsere Solidarität – ein Schwerpunkt unserer Partnerschaft mit dem Senegal – drückt sich während der Pandemie auch dadurch aus, dass wir unseren Kindergarten finanziell unterstützen: Da durch die Schließung der Einrichtungen keine Elternbeiträge mehr gezahlt wurden, haben wir im Januar 1000 Euro an Soforthilfe überwiesen. Ohne solche Hilfen wäre die pädagogische Weiterarbeit in der Einrichtung in Gefahr gewesen.
Abbé Ousario (Jugendpfarrer) und einige senegalesische Jugendliche vom interkulturellen Jugendaustausch haben uns zudem Beiträge für unseren Channel Ramadan Mubarak geschickt und wir bekommen immer wieder Post von unserem Partnerkindergarten. Der Senegaltag mit Louisa, Laura, Jean-Marie und Abbé Moise hat uns wertvolle Einblicke in das Leben im Senegal ermöglicht. Für all diese Zeichen der Verbundenheit sind wir sehr dankbar und freuen uns darauf, wenn im nächsten Schuljahr im Rahmen des interkulturellen Austauschs wieder persönliche Begegnungen vor Ort möglich sein werden.



