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„Das geht unter die Haut…!“

Pfingstfeuer Burg Feuerstein
Datum:
Veröffentlicht: 8.6.14
Von:
Horst Engelhardt

Begeisterndes Begegnungswochenende und pfingstliches Feuerkunstwerk auf Burg Feuerstein

Junge Erwachsene aus unterschiedlichen Lebenswelten, mit verschiedenen Lebensgeschichten, Studierende der Fachakademie und jugendliche Gefangene der JVA Ebrach, haben sich im Schuljahr 2013/14 regelmäßig getroffen, voneinander gelernt und miteinander eine Idee umgesetzt. Das Ergebnis dieser Verbindung unterschiedlicher Lebenswelten war die pyrotechnische Inszenierung des „Turmbaus zu Babel“. Nach der Premiere am Ostersonntag in Ebrach war das Feuerkunstwerk am Pfingstsamstag auf Burg Feuerstein zu sehen und zu hören. Vorher hatten sich am Freitag und Samstag die jungen Erwachsenen aus Fachakademie und Jugendvollzugsanstalt getroffen - Ausdruck der besonderen Verbindung, die während der gemeinsamen Turmbauaktion im Laufe der letzten Monate entstanden ist. Von ganz unterschiedlichen Standpunkten aus erzählten sich Studierende, die gerade ihre schriftlichen Abschlussprüfungen gemeistert haben, und jugendliche Strafgefangene, die vor ihrer Haftentlassung stehen, von Kraftquellen und Zukunftsperspektiven für ihr Leben. Sinnbildlich für die Verbindung entstand ein Band mit lebensgroßen, bunten Körpersilhouetten der jungen Erwachsenen, das an der Feuersteinkirche angebracht wurde und als Kulisse für den sieben Meter hohen Turm diente.

Abschluss und Höhepunkt des Wochenendes, das unter dem Motto „Geistvoll - Kraftvoll - Pfingstlich“ stand, war im Anschluss an den Gottesdienst, den Studierende der Fachakademie mitgestalteten, die Feuerinszenierung „Turmbau zu Babel“. Ein beeindruckendes und unter die Haut gehendes Gesamtkunstwerk aus Pyrotechnik, Musik und Texten bekamen die zahlreichen Besucher nach Einbruch der Dunkelheit im Burghof des Jugendhauses geboten.

Noch lange behält man die spektakulären Feuerbilder im Kopf. Doch ganz besonders emotional berührt waren die Besucherinnen und Besucher vom selbstverfassten Rap eines jugendlichen Strafgefangenen. Der Text ist während des Projekts entstanden und hat folgenden Refrain:

Ganz egal

Ganz egal, wie hässlich deine Welt grad ist
wie viel Hass hier bebt, wenn du in der Zelle sitzt
Ganz egal, wie viel Last du trägst
wie viel Pech du kriegst
Ganz egal, wie viel Jahre schon vergangen sind
In denen‘s abwärts ging, kein Halt, der Hass macht blind
Ganz egal, was geschieht, mach das Beste draus,
denn es wird nicht besser,
wenn du nicht mal selbst dran glaubst
… wenn du nicht mal selbst dran glaubst
… wenn du nicht mal selbst dran glaubst
… Bruder mach das Beste draus…

In diesem Sinne, ein von Begeisterung und Kraft erfülltes Pfingsten und erholsame Ferien.

Pfingstfeuer Burg Feuerstein2
Pfingstfeuer Burg Feuerstein3
Pfingstfeuer Burg Feuerstein4
Pfingstfeierwerk Burg Feuerstein