Das ist doch völlig verrückt!

Umgang mit Jugendlichen in Krisen

In einem folgenden Workshop konnten sich die Studierenden weiterhin damit beschäftigen, wie Traumata entstehen, welche Folgen sie haben, wie sie sich bemerkbar machen und wie wir als Pädagog/-innen mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen umgehen können. – In einem letzten Schritt ging es dann um den Schwerpunkt „Eskalation“, denn Beziehungen mit und zwischen jungen Menschen aktiv zu gestalten, ist vor allem in der Jugendhilfe eine zentrale pädagogische Aufgabe. Die Beziehungsgestaltung ist dabei im Hinblick auf eskalative Momente eine wichtige Ressource, um deeskalierend wirken und Verhaltensweisen nachvollziehen und verstehen zu können. Deeskalation beginnt somit vor dem eigentlichen Konflikt. In den Workshops konnten wir anhand eines Erfahrungsaustausches mit Expert/-innen Strategien kennenlernen, die man als Erzieher/-in in zugespitzten Situationen einsetzen könnte, um auch in Akutsituationen handlungsfähig zu bleiben.
Um auch das Arbeitsfeld Kinder- und Jugendpsychiatrie (=KJP) kennenzulernen, haben wir am Ende des Schuljahres noch einen ganzen Tag im Bezirkskrankenhaus Bayreuth verbracht. Dort hat ein Team aus fachlichen und persönlichen Experten intensiv mit den 2. Kursen zum Thema „Psychische Krisen“ gearbeitet. Dabei kamen Fragen, Ängste, Vorurteile, aber auch Lösungswege rund um das Thema der seelischen Gesundheit zur Sprache. Mit seiner persönlichen Expertise hat uns ein Betroffener die Gelegenheit gegeben, das komplexe Konstrukt „seelische Gesundheit“ mit einem Gesicht und einer persönlichen Geschichte zu verbinden. Dieses offene Gespräch bietet die Chance, psychische Krisen zu ent-tabuisieren und den Abbau von Ängsten und Hürden im Umgang mit psychischen Herausforderungen zu unterstützen. Gerade dieser Teil unserer Exkursion berührte uns alle sehr. Am Nachmittag hatten wir noch die Möglichkeit, verschiedene Stationen der Kinder- und Jugendpsychiatrie zu besuchen und uns von zwei Erzieherinnen von ihrem Arbeitsalltag berichten zu lassen. Unser Tag in der KJP hat unseren Blick auf psychische Störungen verändert, hat uns mehr Sicherheit für den Umgang mit Jugendlichen gebracht, uns in Bezug auf das Thema psychische Gesundheit sensibilisiert und uns einen berührenden Einblick in die Lebensgeschichte eines psychisch erkrankten Menschen gegeben. Herzlichen Dank an alle, die uns diesen externen Lernort eröffnet und uns an diesem Tag begleitet haben. (von Dr. U. Roppelt)













