Der Reichtum Syriens: Eine Zeitreise mit Ibo Mohamed

im Wahlpflichtfach ‚Interkulturelle Erziehung‘ (Dr. Ulrike Roppelt)

In dieses Syrien, in seine Heimat, nimmt uns Ibo Mohamed aus dem 1. Kurs mit. Und so starten wir eine virtuelle Reise in die Zeit, bevor der grausame Krieg Syriens kulturellen Reichtum, seine Geschichte, die Unbeschwertheit und die Hoffnungen der Menschen unter sich begrub. Wir bewundern die weltweit ältesten Städte mit ihrem vielfältigen Leben, sehen Damaskus, in der das frühe Christentum seinen Ursprung hatte. Beduinen, Armenier, Drusen - eine bunte Mischung an ethnischer und religiöser Vielfalt - lebten bis 2011 in friedlichem Miteinander. Wir sehen karge Wüstenlandschaften, antike Stätten und junge Leute, die in den Cafés Tee tranken und Wasserpfeife rauchten. Und staunen über die bunten Basare, Gewürzgassen, Tempel und Moscheen, die seit Ausbruch des Krieges unwiederbringlich zerstört wurden.
Aus diesem wunderschönen Land musste Ibo Mohamed 2015 flüchten. Auf verschlungenen Pfaden schlägt er sich bis nach Deutschland durch und berichtet uns von Situationen, in denen nicht klar war, ob er sein Ziel lebend erreicht. Ibo wird uns ausgewählte Erlebnisse berichten. Doch diese wenigen Sequenzen reichen um zu erahnen, was eine Flucht bedeuten kann. Was wir hören, berührt uns sehr und führt zu mitfühlenden Tränen.
‚Weinen reinigt die Seele‘, sagt uns Ibo und eröffnet die Fragerunde.
Wie geht es deiner Familie in Syrien? - Tja. Wie soll man diese Frage beantworten, wenn es um Menschen geht, die in einem Land leben, in dem es seit über zehn Jahren Krieg gibt? Wenn sie leben, geht es ihnen schon gut.
Und wie war dein Ankommen in Deutschland? – Da war ich in Sicherheit und habe als minderjähriger Geflüchteter viel Unterstützung bekommen, für die ich sehr dankbar bin.
Und wie ist deine Perspektive? – Ein hoher Wert in der Erziehung meiner Eltern ist die Bildung. Eine gute Bildung ist auch mein Motto. Ich vermisse meine Familie und meine Heimat sehr. Sobald der Krieg aus ist, möchte ich nach Syrien zurückkehren.
Am Ende des Nachmittages haben wir eine Ahnung davon, was es bedeutet, zu fliehen. Den Bildern des Krieges können wir nun andere entgegen setzen um den Reichtum Syriens und vor allem die Menschen nicht vergessen zu lassen.
