Die Gefahr einer einzigen Geschichte

Welche Bilder haben wir in unseren Köpfen, wenn wir das Wort ‚Afrika‘ hören? Ein interessantes Experiment, das wir zu Beginn unseres Workshops ausprobiert haben. Vielfältige Fotos aus dem Senegal boten uns eine gute Grundlage, um über unsere Vorstellungen ins Gespräch zu kommen. Schnell wurde klar, dass wir eine sehr einseitige Perspektive auf den Kontinent ‚Afrika’ haben. Interessant war das sich anschließende Gespräch über die Auswirkungen von klischeehaften Bildern, die die nigerianische Schriftstellerin Chimamanda Adichie in einem Fachvortrag ‚The danger of a single Story’ erläuterte. Adichie setzt sich hier mit den Gefahren einseitiger Berichte und Darstellungsweisen von Kulturen auseinander und erklärt sehr eindrucksvoll, dass ‚durch die Verengung der Perspektive auf nur eine von vielen möglichen Geschichten über Personen, Gruppen oder Orte Stereotype und Klischees entstehen. So sei beispielsweise das Bild von Afrika in den westlichen Industriestaaten verzerrt und zeige fast nur negative Seiten.‘ - Wie schön, dass wir an diesem Tag drei Gäste aus dem Senegal zu einem interkulturellen Austausch an der Faks empfangen konnten. Jacques, Jean-Marie und Jeanne haben uns viel vom Leben im Senegal berichtet und konnten uns tiefe Einblicke in ihre Kultur geben. Wir haben gestaunt über die religiöse Toleranz zwischen Christ*innen und Muslimen, waren beeindruckt über die Geschichten über starke Frauen, haben zusammen senegalesisch-fränkische Kost probiert, viel gelacht und ausgelassen Tischtennis gespielt. Danke, dass wir euch kennenlernen durften. Eure Geschichten über den Senegal haben die Bilder in unseren Köpfen über ‚Afrika’ verändert.
(von Dr. U. Roppelt)




