‚Die Menschen kämpfen um das Überleben, sie brauchen was zu essen.‘ – Corona im Senegal


Viele Eltern können nicht mehr zur Arbeit gehen, weil Geschäfte und Märkte geschlossen sind. - So hat sich in den ländlichen Gebieten die Versorgungssituation der Bevölkerung massiv verschärft. Durch die Einschränkungen aufgrund der Corona-Krise verlieren viele Menschen ihre Arbeit und ihnen fehlt dann schlichtweg das Geld für Nahrung.
In einer Videokonferenz berichtet uns Bischof André (Thiès) - unser Pate von ‚Schule ohne Rassismus‘ und Trägervertreter unseres Partnerkindergartens - von der angespannten Lage im Land: ‚Viele Menschen haben ihren Job verloren und wissen nicht, wie es weiter gehen soll. Corona hat die bereits vorher existierenden Existenzängste absolut verschärft. Wir haben Angst vor einer Hungerkatastrophe.‘
Bischof André berichtet von ca. 60% der Senegales*innen, die mittlerweile unter der Armutsgrenze leben. Auch die Erzieher*innen unseres Partnerkindergartens bekommen nur einen kleinen Teil ihres Lohnes.
Für eine medizinische Versorgung müssen die Menschen aus den Dörfern oft viele Kilometer zu Fuß zurücklegen um in eine Krankenstation zu gelangen. Diesen fehlen wiederum grundlegende Medikamente und Schutzmasken. - Hände waschen, social distancing – auch diese vermeintlich einfachen Verhaltensregeln sind in einem Land wie dem Senegal schwer durchzuhalten. Viele Menschen leben auf engstem Raum, Wasser wird häufig von Brunnen geholt, die einige Kilometer entfernt liegen.
Doch Bischof André berichtet uns auch von Lichtblicken: Die christlichen Gemeinden stehen in großer Solidarität zusammen und organisieren sich über das Radio und soziale Medien. Die katholische Kirche hat einen Hilfsfond ins Leben gerufen, der 70% der Löhne in den Schulen und Kindergärten auszahlen und die Existenz der Familien sichern soll. Der Senegal hat zudem viele Erfahrungen in der Bekämpfung von Epidemien (Ebola, Geldfieber) und so ist es bisher gelungen, die Ansteckungsquote relativ gering zu halten. Die Menschen halten zusammen und helfen sich gegenseitig in dieser schwierigen Zeit.
Zeigen auch wir uns solidarisch mit unserem Partnerkindergarten im Senegal! (Dr. U. Roppelt)
Abschließend ein Brief aus unserem Partnerkindergarten St. Jean Baptiste, der uns dieser Tage erreicht hat:
‚Liebe Freunde der Caritas-Fachakademie,
unsere Kinder, Erzieher*innen und Eltern sind sehr glücklich, euch diesen Brief zu schreiben und euch an den Neuigkeiten teilhaben zu lassen. - Euer Besuch im Februar 2020 hat uns sehr berührt. Es war wunderschön, dass ihr den Karneval im Kindergarten mit uns gefeiert habt. Das hat uns sehr gefreut.
Bis zum 13. März 20 hatten wir ein ganz normales Kindergartenjahr: wir hatten viele Aktivitäten, wir haben das jährliche Kinderfest und Jahresfest vorbereitet und Vorschulerziehung angeboten. Dann kam der Lockdown im Senegal und der Kindergarten wurde komplett geschlossen.
Unsere aktuelle finanzielle Lage ist eine Katastrophe, weil die Eltern die Beiträge seit Monaten nicht bezahlen können. Wir wissen noch nicht, ob und wann der Kindergarten wieder geöffnet werden kann.
Liebe Freunde, wird möchten euch herzlich danken und sind sehr froh über unsere Partnerschaft. Es ist ein großes Geschenk, dass ihr unseren Kindergarten immer wieder besuchen könnt. Wir hoffen, dass dies im neuen Jahr wieder möglich ist.
Möge der gute Gott euer Wirken belohnen und euch im Überfluss segnen. - Wir danken euch und hoffen auf ein Wiedersehen.‘








