"Die richtigen Worte finden"

In der Schwerpunktwoche „Gesprächsführung“ loteten Studierende der 2. Kurse Möglichkeiten und Grenzen der beruflichen Kommunikation aus

Ob bei Teamkollegen/-innen, Eltern oder Kindern: Die richtigen Worte zu finden ist nicht immer leicht. Das Einüben einer professionellen Gesprächshaltung als Schlüsselkompetenz der pädagogischen Arbeit stand im Mittelpunkt der Schwerpunktwoche „Gesprächsführung“ vom 27. bis 31.10.08. Hier hatten die 2. Kurse die Gelegenheit, sich für verschiedene berufliche Kommunikationssituationen zu wappnen, indem sie sich theoretisches Wissen dazu aneigneten und es im Rollenspiel praktisch umsetzten.
Den Ausgangspunkt bildete eine berufliche Handlungssituation, die Gesprächsanlässe auf verschiedenen Ebenen bot – mit den Geschwistern Melanie (11) und Jakob (4), die Anlaufschwierigkeiten in ihrer neuen Kita haben, ebenso wie mit ihren Eltern und Abstimmungen innerhalb des Teams. Daraus entstanden im Laufe der Woche konkrete Zielformulierungen für die Familie, die ihr die Eingliederung in die Tageseinrichtung erleichtern sollten.
Zunächst nahmen am Montag vier Kleingruppen verschiedene Kommunikationstheorien anhand von bereit gestellter Literatur unter die Lupe und analysierten die unterschiedlichen Botschaften einer Nachricht, Grundregeln der Kommunikation und kommunikative Störungen im System Familie. Am Dienstag konnten die Expertengruppen in jeweils 60-minütigen Referaten ihr Wissen um Kommunikationsarten und -störungen an die anderen weitergeben.
Damit die Studierenden konfliktgeübt und selbstsicher im beruflichen Gespräch werden, übten sie an den folgenden Tagen in vier Rollenspiel-Stationen verschiedene Gesprächssituationen (Teamgespräch, Konfliktgespräch, Tür- und Angelgespräch sowie Gespräche mit Kindern). Sie lernten dazu hilfreiche Gesprächsregeln und -grundhaltungen kennen und machten sich Gedanken über optimale Rahmenbedingungen. Hier zeigte sich: Die kommunikativen Zauberworte Kongruenz, Akzeptanz und Empathie mit Leben zu füllen ist manchmal nicht so leicht. Als hilfreich erwiesen sich dabei die Videofeedbackrunden, in denen sich jeder noch mal kritisch auf seine Außenwirkung hin überprüfen konnte und Stärken und Schwächen bei sich und anderen ausfindig machen konnte.
Neben den gesprächsintensiven Stationen gab es außerdem einen Nachmittag, in denen die Kommunikation über andere Kanäle lief: Die Studierenden hatten die Wahl, sich über den professionellen Einsatz von Handpuppen in der pädagogischen Arbeit zu informieren oder statt der Lippen andere Klangwerkzeuge für sich sprechen zu lassen im Workshop „Rhythmische Kommunikation“.
Bei den abschließenden Präsentationen am Freitag, die auf die Handlungssituation in Rollenspielen beispielhaft Bezug nahmen, wandten die Studierenden ihr erworbenes Wissen zum Wohle der Muster-Familie an. Kompetent, einfühlsam und selbstsicher zu agieren in beruflichen Gesprächen mit KollegInnen, Kindern und Eltern – diesem Ziel sind die Studierenden in dieser Woche sicher schon ein Stück näher gekommen.