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Ein-„Blicke“ in die Waldorfpädagogik

Waldorfkindergarten 2010
Datum:
Veröffentlicht: 3.2.10
Von:
Christine Öchsner

Das Wahlpflichtfach Elementarpädagogik zu Besuch im Bamberger Waldorfkindergarten

„Warme Farben, eine wohlige Atmosphäre, Tücher, Körbe mit Naturmaterialien aller Art, die Sinne zur Ruhe kommen lassen, der Phantasie Raum geben, eine gesunde und bewusste Lebensweise, Eurhythmie hautnah miterleben…“ – das alles sind erste Eindrücke von 15 Studierenden des 1. Kurses, die im Rahmen des Wahlpflichtfaches Elementarpädagogik, den Bamberger Waldorfkindergarten im Stadtteil Gaustadt kennenlernen durften.

„Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen“, mit diesen Worten fasst Rudolf Steiner (1861-1925 ), der Vater der Waldorfpädagogik, sein antroposophisches Erziehungsmodell und dessen Geisteshaltung zusammen. Ziel des pädagogischen Handelns ist die Entfaltung des ganzen Menschen, seinem Alter und Wesen entsprechend. Nicht nur einzelne Fähigkeiten sollen sich entwickeln, sondern eine reife Persönlichkeit mit allen Begabungen, die in ihr liegen.

Im sogenannten ersten Jahrsiebt ist das Kind ganz Sinnesorgan, d.h. das Kind ist ganz offen den Sinneswahrnehmungen aus seiner Umgebung hingegeben.

Weil sich das kleine Kind alle Sinneseindrücke „einverleibt“ – und alle Erlebnisse über die Sinne kommen – wird darauf sowohl in der Raumgestaltung, als auch im gesamten pädagogischen Konzept des Kindergartens in besonderem Maße Wert gelegt.

Die Waldorfpädagogik geht von der Erkenntnis aus, dass Lernen und kindliche Entwicklung im Kindergartenalter im nachahmenden „Selbst-Tun“ stattfinden.

Das Kind lernt durch das Vorbild des Erwachsenen und durch die Nachahmung aller Vorgänge, die es in seiner Umgebung wahrnimmt. Dabei werden nicht nur sichtbare Handlungen aufgenommen und verinnerlicht. Gedanken, Emotionen und moralische Qualitäten seiner Mitmenschen wirken ebenfalls auf das Kind ein.

Ein weiteres Prinzip des Lernens im ersten Jahrsiebt ist der Rhythmus und die Wiederholung. Rhythmus ist das organisierende Prinzip allen Lebens. In allen lebendigen Prozessen finden sich Rhythmen: Atem, Herzschlag, Tag und Nacht, Wechsel der Jahreszeiten. Rhythmus ist flexibel, nicht starr, er ist die Ruhe in der Bewegung. Er gibt uns Kraft und wirkt harmonisierend und gesundend.

Im Kindergarten ist der Rhythmus der Leitfaden, der durch den Tag und durch das Jahr führt. Er schenkt Orientierung und Sicherheit. Er wirkt als Gegengewicht zu den ständigen Veränderungen und der Reizüberflutung in der heutigen Gesellschaft.

Frau Frötscher, die Leiterin des Waldorfkindergartens, stellte uns auf sehr lebendige und überzeugende Weise diese zentralen Aspekte der Waldorfpädagogik dar. Mit zahlreichen Beispielen aus dem Alltag, Berichten vom phantasiegelenkten Spiel der Kinder, dem Tagesablauf und nicht zuletzt der einmaligen Gelegenheit, den Eurythmie-Lehrer der Einrichtung praktisch erleben zu dürfen, konnten insgesamt sehr interessante Eindrücke gewonnen werden.

Vielen Dank an dieser Stelle für die große Offenheit und Bereitschaft, uns Ein-„Blicke“ in die Waldorfpädagogik zu gewähren.

Farbe
päd Arbeit
Gruppenraum
Studierende