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Einander mehr verstehen

Interreligiöser Dialog 2025
Datum:
Veröffentlicht: 27.5.25
Von:
Ulrike Roppelt

Interreligiöser Dialog in der Übung „Interkulturelle Bildung“

In unserer pluralen Gesellschaft ist es für uns als Ausbildungsstätte wichtig, Beziehungen zu Angehörigen anderer Religionen und Kulturen zu pflegen und mit ihnen im Gespräch zu bleiben. Deshalb arbeiten wir schon seit vielen Jahren mit muslimischen Einrichtungen in Bamberg zusammen, die sich für den interreligiösen Dialog engagieren.
Interreligiöser Dialog 2025

Hierbei geht es darum, über den eigenen Glauben Auskunft zu geben und andere Glaubensformen verstehen zu lernen, ohne die Unterschiede zu negieren. Im Wahlfach „interkulturelle Bildung“ pflegen wir diese wichtigen „Zwischen-Räume", in denen neben theologischen Themen auch Begegnungen mit Menschen aus anderen Religionen und Kulturen ermöglicht werden. Und so sitzen wir an einem Mittwochnachmittag im Gebetsraum der Selimiye Moschee in Bamberg. Neugierig schauen sich die Studierenden um, denn einige sind das erste Mal in einem muslimischen Gotteshaus. Schön, dass uns Linda (1b) begleitet. Als Muslima kann sie uns die Besonderheiten einer Moschee näher erläutern: die Mihrab (Gebetsnische), die Minbar (Predigtkanzel) und die Uhr, die die genauen Gebetszeiten anzeigt. Schon sind wir im Gespräch über die sog. 5 Säulen des Islam: Glaubensbekenntnis, Gebet, Fasten, Almosen und die Pilgerreise nach Mekka. Vieles, was zunächst be-fremdlich erscheint, kommt uns bei der näheren Auseinandersetzung sehr bekannt vor. Auch Christen sprechen im Gottesdienst das Bekenntnis ihres Glaubens, beten und fasten, zahlen Kirchensteuer und pilgern. Neben diesen Gemeinsamkeiten arbeiten wir im Gespräch jedoch auch die zentralen Unterschiede der beiden Religionen heraus. Dabei wird den angehenden Erzieher/-innen bewusst, wie religiöse Bildung in Gruppen mit Kindern aus unterschiedlichen Glaubensrichtungen umgesetzt werden kann. – „Herzlich willkommen in unserer Moschee“, schallt es plötzlich durch den Raum. Mehmet Cetindere, 1. Vorstand der Ditip, kommt auf uns zu und lädt uns ein, das Nachmittags-Gebet mitzuerleben. Wir freuen uns sehr über die Offenheit und sind dankbar für diese besondere Erfahrung. Nach dem rituellen Gebet nimmt sich Mehmet noch viel Zeit, um auf unsere Fragen einzugehen. Als wir die Moschee verlassen, ist vielen Studierenden der Islam etwas nähergekommen und das Verständnis für diese Religion ist gewachsen. Herzlichen Dank an Linda, Mehmet und die muslimische Gemeinde, dass sie uns in ihre Mitte eingeladen, von ihrem Glauben berichtet und zu diesem gelungenen interreligiösen Dialog beigetragen haben. (von Dr. U. Roppelt

Interreligiöser Dialog 2025
Interreligiöser Dialog 2025