Nach den guten Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr haben Studierende und Lehrkräfte der Fachakademie für Sozialpädagogik zu Beginn des neuen Schuljahrs mit Vierzehnheiligen dieses Mal ein klassisches Wallfahrtsziel ausgesucht.
Unter dem Motto „Geht doch! … und zieh in das Land, das ich dir zeigen werde!“ ging die Wallfahrt von Ebensfeld nach Vierzehnheiligen.
150 Wallfahrerinnen und Wallfahrer, darunter der Bamberger Weihbischof und Vorsitzender des Caritasverbandes für die Erzdiözese Bamberg Herwig Gössl, machten sich nach der Einstimmung in der Pfarrkirche von Ebensfeld auf den knapp 20 km langen Pilgerweg. Die Geschichte von Abrahams Aufbruch, erzählt im Buch Genesis, stand am Beginn der Wallfahrt. So wie Abraham wollten sich auch die Wallfahrer und Wallfahrerinnen unter Gottes Segen stellen und den Aufbruch wagen.
Biblische Geschichten, Auszüge aus der Papst Franziskus-Enzyklika „Laudato si“ und Lieder sollten den Pilgerinnen und Pilgern an Weg-Stationen Anregungen geben, um miteinander ins Gespräch zu kommen und sich mit der eigenen Lebensgeschichte auseinanderzusetzen. Eine solche Station war der Ansberg, besser bekannt als Veitsberg. Nach anstrengendem Anstieg war der Ausblick ins fränkische Land und darüber hinaus bis zur Rhön und dem Thüringer Wald Belohnung für die körperliche Anstrengung. Die Wallfahrer konnten in der Ferne ihren Heimatort erkennen bzw. erahnen und sich anschließend mit anderen darüber austauschen, was Heimat bedeutet: Für einem selbst und für Flüchtlinge, die ihre Heimat aufgrund von Krieg und Verfolgung verlassen müssen…
Und was wäre eine Wallfahrt ohne Musik. Eine Band aus Studierenden und Lehrkräften hatte sich zusammen gefunden und die Begleitung der Lieder mit Gitarren und Cajon übernommen.
Nach einer Mittagspause in Stublang und einer letzten Station auf Höhe des alten Staffelbergs wurde Vierzehnheiligen am Nachmittag erreicht. Erschöpft, aber glücklich, zog der Pilgerzug, begleitet von Orgelmusik und Glockenläuten in die Basilika ein. In einer kurzen Ansprache blickte Weihbischof Herwig Gössl mit den Wallfahrerinnen und Wallfahrern auf den Tag zurück: „Die Anstrengung hat sich gelohnt! ‚Geht doch! Zieh in das Land, das ich dir zeigen werde‘, das Motto der Wallfahrt und Zusage Gottes an Abraham, soll Sie auch in ihrem Leben, insbesondere bei der Ausbildung zum Beruf der Erzieherin / des Erziehers begleiten“, so der Weihbischof. Mit einem gesungenen „Großer Gott wir loben dich“ und dem bischöflichen Segen ging der Wallfahrtstag zu Ende.
In Erinnerung bleibt ein außergewöhnlicher „Schulanfangsgottesdienst“, der von Studierenden und Lehrkräften der Fachakademie entwickelt und gestaltet wurde.
Die positiven Rückmeldungen haben gezeigt, dass die Tradition der Wallfahrt auch heute junge Erwachsene anspricht. „Ich war zwar am Ende kaputt, gleichzeitig aber auch übermäßig glücklich die Strecke geschafft zu haben. Das Gefühl nach diesem Tag mit der gesamten Fachakademie-Gruppe und dem Weihbischof in die Basilika einzuziehen ist einzigartig“. „Ich habe es einfach genossen einen Tag gemeinsam draußen in der Natur zu sein“, so die Rückmeldungen von Studierenden. Und: „Die Impulse, Gebete und Lieder haben mit Sicherheit eine positive Wirkung für unseren Alltag im kommenden Schuljahr!“
Horst Engelhardt