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Gemeinsam gegen Kinderarbeit

Kinderarbeit in Indien
Datum:
Veröffentlicht: 2.2.18
Von:
Ulrike Dr. Roppelt
In einem dunklen Raum sitzt Neetu im Schneidersitz vor einer Flamme. Von fünf Uhr morgens bis acht Uhr abends schmelzt sie bunte Glasringe für Ketten. ‚Jeden Tag wird mir schlecht. Ich bekomme Kopfschmerzen und muss dauernd husten.“, sagt die Achtjährige.
Kinderarbeit in Indien

Neetu kann sich nicht vorstellen, dass anderswo Kinder nicht arbeiten müssen, dass sie zur Schule gehen, sich mit Freunden treffen und spielen können. - Kinderarbeit ist trauriger Alltag - nicht nur in Indien.

Beim Eine-Welt-Tag haben wir die Geschichte von Neetu aus Indien gehört. Und uns gefragt: Wie kann es sein, dass so viele Kinder in solchen Lebenssituationen leben müssen? - Dieser Frage ist Sabrina Assies vom Kindermissionswerk (Die Sternsinger) nachgegangen und bald waren alle Studierenden aus dem 1. Kurs damit beschäftigt, zu erforschen, wo und wie denn eigentlich unsere Alltagsdinge hergestellt werden. Das Ergebnis: Unsere Kleidung kommt aus Bangladesch oder Pakistan, Handys werden mit Rohstoffen aus Afrika gebaut und unser Billigschmuck wird mitunter von Kindern wie Neetu hergestellt. Die Globalisierung führt dazu, dass es kaum etwas in unserem Alltag gibt, das nicht in anderen Ländern produziert wird – nicht selten auchmithilfe von ausbeuterischer Kinderarbeit.

Doch können wir überhaupt etwas tun gegen diese Schattenseiten der Globalisierung? Wie kann es gelingen, den Teufelskreis von Kindern wie Neetu zu durchbrechen und wieder Hoffnung, Spiel, Schule in ihren Alltag zu bringen? - ‚Da gibt es viele Möglichkeiten,‘ so Frau Assies, ‚jede(r) von uns kann etwas tun. Wir müssen nur anfangen.‘ Und schon sind wir mittendrinnen, gemeinsam zu überlegen, wie wir unser Kauf- und Konsumverhalten nachhaltig verändern können. Abschließend stellt uns Fr. Assies noch einen Film über das Vikas-Projekt vor, das speziell die Kinderarbeit in Indien bekämpft und von Spenden der Sternsinger unterstützt wird. - ‚Es ist gut, wenn wir Luxuskinder mal ins Überlegen kommen, wie die Dinge auf dieser Welt zusammenhängen,‘ so eine Studierende aus dem 1. Kurs bei der Abschlussrunde, ‚und dass sich jeder Schritt in die richtige Richtung lohnt.‘

Kinderarbeit in Indien
Kinderarbeit in Indien
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