Das Motto der Friedenslichtaktion 2015 will vor allem ein Zeichen für Frieden, Gastfreundschaft und Menschen auf der Flucht setzen. Die Aktion ‚Friedenslicht‘ wurde 1986 ins Leben gerufen. Jedes Jahr entzündet ein Kind eine Kerze an der Flamme der Geburtsgrotte Christi in Betlehem. Im Rahmen einer Lichtstafette wird das Licht von engagierten Pfadfinder und Pfadfinderinnen aus 25 Ländern an „alle Menschen guten Willens“ weitergegeben.
Auch an der Fachakademie Bamberg wurde gemäß jahrelanger Tradition das Friedenslicht am Mittwoch nach dem 3. Advent entzündet. Nach einer Einstimmung mit Friedenstexten aus den fünf Weltreligionen bildeten sich kleine Gesprächskreise von Studierenden, die sich austauschten, wie ‚Friede konkret‘ an der Fachakademie aussehen und was jede/r einzelne hierzu beitragen kann.
Jede ‚Friedensstifter-Idee‘ wurde mit dem Entzünden einer weiteren Kerze unterstrichen. Der dunkle Seminarraum verwandelte sich so nach und nach in einen hellen Ort mit vielen Lichter-Inseln. Natürlich war es in der abschließenden Gesprächsrunde besonders spannend, welche konkreten Überlegungen genannt wurden, die zu mehr Frieden an der Schule führen können: ein guter Umgang miteinander; Mut, auch unangenehme Dinge offen anzusprechen; das Schaffen von gemeinsamer Zeit und besinnlichen Momenten im Alltag und – da waren sich alle einig: Wirklicher Friede fängt wohl im Inneren eines jeden Menschen an. Denn nur, wenn ich mit mir ‚in Frieden‘ lebe, kann ich auch Friedensstifter für andere sein. In diesem Sinne wurden am Ende des Tages die entzündeten Friedenslichter mitgenommen, um sie aus der Schule hinaus in die Familien, in die Gemeinden, in die Vereine, zu Freunden und Freundinnen und - vielleicht auch zu mir fremden, geflüchteten Menschen in unserem Land zu tragen.
‚Es ist ein kleines Licht, unscheinbar und fällt nicht auf. Ein Windhauch nur und schon ist es aus und vorbei. Ich kann es ausblasen, zerdrücken, nicht zur Kenntnis nehmen, den Kopf schütteln: Sentimentales Gesäusel! Aber ich kann mich dem kleinen Licht auch stellen. Es ist Licht für mich und für andere. Tragen wir es überall dorthin, wo es dunkel ist. Lassen wir es aufleuchten und zum Zeichen werden gegen Gewalt und dümmlichen Fremdenhass in unserem Land. Wir brauchen dieses Licht!‘