In Altenpflege und Erziehung den Geist Jesu weitertragen

Erzbischof Schick diskutierte mit Studierenden der Caritas-Schulen am Bamberger Jakobsberg
"Tragen Sie den Geist Jesu weiter!" Diesen Appell richtete Erzbischof Dr. Ludwig Schick an die Studierenden der Caritas-Fachakademie für Sozialpädagogik und der Caritas-Berufsfachschule für Altenpflege in Bamberg. Im Rahmen der Aktion Rollentausch gestaltete er eine Stunde in den Schulen am Jakobsberg.
Der Appell war auch die Antwort des Erzbischofs auf die gleich zu Beginn gestellte Frage nach der Entkirchlichung der Gesellschaft und die Krise der Kirche. Sie sei im Zusammenhang mit einer generellen Abwendung von Institutionen zu sehen. "Ohne Institution gehen allerdings die Idee und die Gemeinschaft verloren", betonte Schick. Doch habe es in der Kirchengeschichte immer wieder Phasen gegeben, in denen die gesellschaftliche Form nicht der gelebten Gemeinschaft entsprochen habe. Daher habe ich Kirche auch immer verändert. In einer solchen Situation befänden wir uns heute. Daher gelte es, wieder bei der Ideeanzufangen. Von Jesus und seinem Evangelium seien auch heute viele Menschen fasziniert. "Wir brauchen die Idee Jesu, sich jedem Menschen liebevoll zuzuwenden."
Schick unterstrich, dass es in der Gesellschaft verschiedene weltanschauliche Angebote geben müsse. Das Angebot der Kirche habe als katholisch erkennbar zu sein. Viele muslimische Eltern schickten ihre Kinder in kirchliche Kindergärten, weil sie dort religiös erzogen würden. Zugleich unterstrich der Erzbischof: Das Erste ist, dass wir fachlich gut sind. Dazu müssen wir menschlich gut sein."
Auf die Frage eines Schülers nach einer besseren finanziellen Ausstattung der Pflege bekannte Schick: "Das habe ich immer wieder gefordert. Erst jetzt wieder." (Vgl. die Meldung "Die Altenpflege braucht mehr Anerkennung") Missstände in der Pflege seien nicht nur von einzelnen Personen verschuldet, sondern auch durch den Druck fehlender Mittel verursacht. Die Politik müsse - auch gegen Widerstand - Gleder umschichten. "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg."
Fragen von Schülerinnen nach der Gleichberechtigung der Frauen in der Kirche beantwortete der Erzbischof mit der Ausasage, die Bedeutung von Priestern, Bischöfen und Papst werde so hoch stilisiert, dass andere Berufungen zu Unrecht nicht gewürdigt würden. Dagegen solle jeder Christ "erst einmal den eigenen Wert sehen." Es gebe viele Frauen, die soziale Einrichtungen, kirchliche Schulen oder Orden leiteten. "Wichtig ist, dass Frauen bei Entscheidungen gleichberechtigt mitwriken können."



