Influencer, Youtuber und Co


Oder wenn Mädchen in der Pubertät beschließen, nur noch die Beauty-Produkte von Youtuberin Bibi zu verwenden?
Diese Fragen standen im Psychologie-Unterricht in den 1. Kursen im Mittelpunkt. Acht Studierende hatten sich als Unterrichtsbeitrag in Psychologie für das Thema ‚Influencer, Youtuber und Co’ entschieden und ein spannendes 90-Minuten-Programm für ihre Mitstudierenden überlegt. Ausgehend von einer beruflichen Handlungssituation mit Jugendlichen im Hort und Heim diskutierten sie die Rolle von Youtuber*innen und vermittelten dazu passend und sehr anschaulich die Theorie vom ‚Lernen am Modell‘ (von Albert Bandura). ‚Das ist ja voll spannend, so eine typische Situation aus der Praxis genau unter die Lupe zu nehmen‘, bemerkten einige Studierende um sich anschließend wieder der lebhaften Diskussion zu widmen. Das Thema ist in den sozialpädagogischen Einrichtungen brandaktuell und so war die Klassen schnell zu motivieren, sich kritisch mit dem Youtube-Phänomen auseinander zu setzen und die Chancen und Risiken für Jugendliche wahrzunehmen. Nach dieser Analyse war dann auch schnell klar, wo in den anfangs geschilderten Situationen der Handlungsbedarf liegt und welche Ziele bei den Jugendlichen verfolgt werden sollten. Im zweiten Teil der Unterrichtseinheit stand die Methodenkompetenz der angehenden Erzieher*innen im Vordergrund: Was kann ich in der Praxis mit Jugendlichen dann eigentlich konkret tun? Welche Ideen gibt es, die Jugendlichen für den Umgang mit Youtubern fit zu machen? Welche Alternativen kann ich jungen Mädchen im Bereich Beauty anbieten? Wie könnte ich eine Diskussion über Schönheit jugendgerecht anleiten?
Hierzu hatten die acht Studierenden verschiedene Methoden-Impulse vorbereitet, die dann gemeinsam mit allen ausprobiert werden konnten: beispielsweise eine App um über den Barcode von Kosmetikartikeln schnell zu erfahren, wie gesund ein Beauty-Produkt ist; Rezepte für die schnelle Zubereitung von gesunden Pausensnacks; die sog. ‚warme Dusche‘, ein Spiel, bei dem sich Jugendliche spielerisch Komplimente zu ihrer ‚wahren‘ Schönheit machen können und eine App, mit der man gemeinsam mit Jugendlichen eigene (sinnvolle) Youtube-Clips drehen kann. Gerade die Umsetzung dieser Idee hat abschließend nochmal verdeutlicht, welche großen Chancen die sozialen Medien bieten. Vorausgesetzt, man lernt frühzeitig einen bewussten und kritischen Umgang mit Youtubern, Influencern und Co.
Und dieses Ziel – die Medienkompetenz – war ja auch in der Unterrichtseinheit für die angehenden Erzieher*innen im Vordergrund gestanden.
(von Dr. Ulrike Roppelt)





