Jeder Mensch hat das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe


Anfang Oktober 2021 haben sich sechs Lehrkräfte der Caritas-Fachakademie zusammen mit Gunther Ring und Iwona von Polentz von der Gesellschaft für Europabildung (Berlin) auf den Weg nach Italien gemacht, um sich vor Ort sechs Tage mit dem Thema „Inklusion“ zu beschäftigen. Gemeinsam sitzen wir im Zug nach Bozen und freuen uns darauf, die Stadt, die Menschen, die Kultur und das italienische Bildungssystem kennen zu lernen.
Inklusion ist auch in Deutschland in aller Munde und viele sozialpädagogische Einrichtungen und Schulen haben sich auf die Fahnen geschrieben, Kinder und Jugendliche inklusiv zu betreuen. Inklusion ist nicht nur eine gute Idee, sondern ein Menschenrecht und bedeutet, dass kein Mensch ausgeschlossen, ausgegrenzt oder an den Rand gedrängt werden darf. Es ist verknüpft mit den Ansprüchen auf Freiheit, Gleichheit und Solidarität und kann nur umgesetzt werden, wenn die ganze Gesellschaft bereit ist, sich auf den Prozess der Inklusion einzulassen und entsprechende Strukturen zu schaffen – im Kleinen wie im Großen. So sind wir sehr gespannt, in Bozen Einrichtungen zu besuchen und Menschen zu begegnen, die uns von ihrer pädagogischen Arbeit und ihren erfolgreichen Ansätzen bei der Verwirklichung von Inklusion berichten.
Wir treffen Herrn Hansjörg Unterfrauner (Leiter des Referats Inklusion), der uns zu Beginn unserer „Forschungsreise“ vorstellt, wie Inklusion in Bozen umgesetzt wird. In Südtirol gibt es kaum mehr sonderpädagogische Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen. Es ist mittlerweile selbstverständlich, dass alle Kinder „normal“ den Kindergarten besuchen und anschließend eingeschult werden. Der KiTa- und Schulalltag gelingt erstaunlich gut und wird durch eine ganze Reihe von pädagogischen Fachkräften begleitet. Auch bei den Besuchen weiterer Einrichtungen fällt uns die Selbstverständlichkeit auf, mit der Inklusion in Bozen gelebt wird. Wir sind begeistert von der Arbeit der Lebenshilfe Onlus, haben hohen Respekt vor allen Mitarbeitenden des barrierefreien Hotels Masatsch, sind beeindruckt von der professionellen Pädagogik im Kindergarten St. Nikolaus in Ulten und lassen uns inspirieren von der Frauenpower der Gründerinnen der Cooperativa Xenia (Krippe). In der Landesfachschule für Sozialberufe „Hannah Arendt“ begegnen wir Kolleg/innen, die uns ihre Vision der Ausbildung von Erzieher/innen vorstellen. Wir müssen fast ein wenig schmunzeln, als die Kolleg/innen aus Bozen von Thementagen, Schwerpunktwochen und dem pädagogischen Handlungskonzept berichten, die – ähnlich wie an unserer Fachakademie - in der Ausbildung im Zentrum steht.
Die Besuche, Begegnungen und Gespräche in den Südtiroler Einrichtungen beschäftigen uns oft noch am Abend, wo wir bei einem Glas Wein und kulinarischen Köstlichkeiten die Tage ausklingen lassen. Im Zug zurück nach Bamberg nehmen wir viele Eindrücke und viele Anregungen mit. Die wichtigste Erkenntnis ist wohl, dass das gemeinsame Aufwachsen aller Kinder in Schule und Einrichtungen eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Eine gelungene Inklusion würde bedeuten, dass wir nicht mehr von inklusiven Einrichtungen sprechen, sondern von einer Kita, einer Schule für alle Kinder.
Danke an Gunther und Iwona (GEB), die uns diese Reise durch ihr großes Engagement ermöglicht haben.















