Jedes Kind hat einen Traum

Praktische Workshops im Rahmen des Eine-Welt-Zertifikats
Schon beim Betreten des Kirchenzentrums St. Ullrich in Dillingen ist lautes Trommeln zu hören. Eine Märchenerzählerin lädt mit einem freundlichen Lächeln zu ihrer Theaterbühne ein. In einem anderen Raum liegt die Arche-Noah-Geschichte als Kreismitte gestaltet auf dem Boden. In einem weiteren Zimmer ist ein buntes Bodenpuzzle mit Kindern aus aller Welt zu sehen. Und an der Decke hängt ein bunt dekoriertes ‚Etwas‘, das fast wie ein bunter Drache aussieht. Durch diese ersten Eindrücke ließen wir uns anstecken und einstimmen auf den Seminartag im Rahmen des Eine-Welt-Zertifikats im Berufspraktikum. Neben unserer Gruppe aus Bamberg nahmen noch 50 weitere (angehende) Erzieherinnen und Erzieher an dem Fortbildungstag ‚Jedes Kind hat einen Traum‘ teil.
In den sozialpädagogischen Einrichtungen kommen Kinder mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen zusammen und unabhängig von Herkunft, Religion oder Sprache – jedes Kind hat einen Traum! Einen Traum von Leben, Hoffnung, Liebe und Gemeinschaft. An diesen Träumen von Kindern aus aller Welt wollte der Workshoptag des Kindermissionswerkes anknüpfen und den Studierenden möglichst viele Impulse mit auf den Weg geben. Rund um das Thema ‚Eine Welt‘ wurde gemeinsam einen Tag lang getrommelt, gewerkelt, diskutiert und gestaunt. In verschiedenen Workshops konnte unsere ‚Eine-Welt-Gruppe’ aus Bamberg die 'Eine Welt' entdecken und viele praktische Tipps und Anregungen für die interkulturelle und interreligiöse Bildung mit Kindern und Jugendlichen kennenlernen.
Folgende Workshops standen an diesem Tag zur Wahl:
Märchen aus aller Welt mitreißend erzählen und dabei die Zuhörer mit viel Fantasie in eine andere Welt entführen – mit dieser Idee inspirierte uns Christine Klawikowski. Die Theaterfrau schöpft aus ihrem reichen Erfahrungsschatz, den sie gerne weitergibt.
Religionen begegnen sich – entdecken Gemeinsamkeiten (Georg Batzer): In den sozialpädagogischen Einrichtungen treffen Kinder und Eltern auf unterschiedliche Kulturen und Religionen. In der Arbeit stellt sich so immer wieder die Frage nach gemeinsamen Werten. Die ‚Ringparabel‘ aus Lessings Drama ‚Nathan der Weise‘ wurde im Workshop gestaltet und in ihrer Bedeutung für die pädagogische Arbeit hinterfragt.
Tam Tam, die Trommel ruft – Max Bousso nahm uns mit auf eine Reise durch den afrikanischen Kontinent. Zum Puls der Trommel hat er uns Lieder und Rhythmen für die interkulturelle Arbeit mit Kindern näher gebracht. Spannend, amüsant und mit Temperament erzählte Max Bousso von seinem Heimatland Senegal und gab einen Einblick in den afrikanischen Alltag.
Spiel und Spaß aus Südamerika – Pinata bauen (Margret Färber): Zu besonderen Anlässen wird in Südamerika eine mit Süßigkeiten gefüllte Pinata geschlagen: ein Riesenspaß für alle. Wir hatten in diesem Workshop die Chance, eine Pinata zu bauen und zu erfahren, was es mit diesem Spiel auf sich hat.
Arche Noah – Bewahrung der Schöpfung (Anton Stegmair): Wir leben in der Schöpfung und wir leben von der Schöpfung. Sie ist uns ursprünglich anvertraut. In der modernen Welt hat der Mensch einen Lebensstil entwickelt, der oft nicht bewahrt, sondern ausbeutet. In diesem Workshop gab uns Anton Stegmair Anregungen und Gedankenanstöße, wie wir in unserem privaten und beruflichen Alltag dazu beitragen können, die Schöpfung zu bewahren.
Kinder dieser Welt: 36 Kinder um eine Weltkugel herum – sie bilden eine große Gemeinschaft bunter Vielfalt und symbolisieren kulturellen Reichtum. Zu diesem Motiv gibt es ein Bodenpuzzle als Arbeitsgrundlage für den Workshop mit Michaela Berger. Mit den dazu gehörenden Geschichten, Spielen und kreativen Vorschlägen lud die Referentin dazu ein, die Eine-Welt-Arbeit mit Kindern zu entdecken.
Inspiriert durch die vielen Workshops und mit den erstandenen Trommeln unter dem Arm traten wir die Heimreise nach Bamberg an – inn der Gewissheit, viele neue Anregungen zur interkulturellen Arbeit mit Kindern in der Tasche zu haben und hoch motiviert, diese bei nächster Gelegenheit auszuprobieren. Und vielleicht ging der Workshop-Tag mit dem Trommler Max Bousso im Auto auf der Heimfahrt nach Bamberg sogar noch weiter? Das könnte uns sicherlich Tamara, Katharina und Carolina verraten …..
Fotos: Ulrich Berens