KiDZ – Kindergarten der Zunkunft???

Exkursion des WPF Elementarpädagogik
Diese Frage stellten sich Studierende aus dem 1. Kurs im Rahmen des Wahlpflichtfaches Elementarpädagogik. In einer Exkursion nach Neunkirchen am Brand konnte ein erster Eindruck einer gelungenen Kooperation von Kindergarten und Grundschule gewonnen werden.
Herzlich wurden wir in der Einrichtung begrüßt, wobei uns grundlegende Informationen des Konzeptes und der Zusammenarbeit zwischen den zwei Institutionen durch eine Erzieherin und einer Grundschullehrerin vorgestellt wurden.
Mit KiDZ wird der Kindergarten der Zukunft in Bayern bezeichnet. Dies ist ein Gemeinschaftsprojekt des Bayerischen Kultusministeriums, des Bayerischen Sozialministeriums, der vbw - Vereinigung der bayerischen Wirtschaft e. V. und der Stiftung Bildungspakt Bayern zur individuellen Frühförderung von Kindern zwischen drei und sechs Jahren. KiDZ legt die Kindergartenjahre und das erste Grundschuljahr inhaltlich und räumlich zusammen. Kinder von drei bis sechs Jahren spielen und lernen gemeinsam in einer Gruppe. Sie werden betreut und unterrichtet von den pädagogischen Fachkräften der Kindertagesstätte und der Grundschule im Team. Das Teamteaching bildet die Grundlage für intensive Beobachtungen und entsprechende Förderung („Schwächen schwächen, Stärken stärken“). In der flexiblen Einschulung liegt die konsequente Fortsetzung dieser Arbeit. Die Kinder werden je nach individuellem Entwicklungsstand zwei, drei oder vier Jahre in KiDZ gefördert und dann in die zweite Klasse Grundschule bzw. in eine jahrgangsgemischte Eingangsklasse eingeschult. Das Motto „lieber früh investieren statt spät reparieren“ ist Zielvorgabe dieses Projektes. Stützende Maßnahmen sind zu einem späteren Zeitpunkt oft wirkungslos. Insbesondere Kinder aus bildungsfernen Schichten oder Kinder mit Migrationshintergrund erhalten in diesem Projekt eine gezielte Förderung.
Viele dieser Gedanken konnten wir an diesem Tag beobachten. Im Wechsel konnten wir die pädagogischen Fachkräfte in Kleingruppen in ihrem Handeln mit Kindergarten- und Grundschulkindern beobachten. Eine Gruppe konnte so die Einführung des Wochenplans für die Vorschulkinder miterleben. Dieser wurde den Kindern von der Erzieherin vorgestellt und besprochen. Im Anschluss daran sollte jedes Kind eine Aufgabe erledigen, z.B. Memory (Zahlen und Mengen). Bei einer erledigten Aufgabe bekam man einen Stempel, mit dem Hinweis darauf, den Rest im Laufe der Woche zu bewerkstelligen. Diese Form des Wochenplans erleichtert den Kindern den Einstieg in die Grundschule, da er sich wie ein roter Faden durch die ersten Schuljahre weiter zieht.
Nach einiger Zeit erfolgte der Wechsel in die Grundschule. Hierbei erhielten wir einen Einblick in eine Unterrichtsstunde der 2. Klasse. Im Sitzkreis wurden die Kinder erst einmal von der Handpuppe Xaver begrüßt, die die Kinder bereits aus dem Kindergarten kennen. Xaver erzählte ihnen den Anfang der Geschichte „Der kleine Eisbär“. Danach durchliefen die Kinder verschiedene Stationen, in denen sie den weiteren Verlauf der Geschichte erarbeiteten. Eine Aufgabe bestand darin, die vorliegende Geschichte zu lesen und diese mit Bildern nachzuerzählen. Mit einem Filmausschnitt vom kleinen Eisbären, wurde die Unterrichtsstunde abgerundet.
Gegen Ende unserer Exkursion wurden in einer Reflexionsrunde Erfahrungen und Eindrücke untereinander ausgetauscht. Das Projekt „KiDZ“ stieß auf große Ressonanz, weshalb wir es bedauern, dass dieses Projekt bereits ausgelaufen ist. Bewährte Bestandteile wurden jedoch beibehalten und bilden im Kindergarten eine sinnvolle Grundlage für den anstehenden Übergang in die Grundschule.
Für diesen sehr informativen und interessanten Tag möchten wir uns bei den Verantwortlichen der beiden Einrichtungen und unserer Lehrkraft, Frau Öchsner, bedanken.



