Letzte Zeugnisübergabe im alten Gebäude der Caritas-Fachakademie

Erstmals Musikzertifikat für einen männlichen Absolventen
Es war eine besondere Zeugnisübergabe, die zum Schuljahresende in der Caritas-Fachakademie für Sozialpädagogik stattfand. Denn die 56 Absolventen, die ihre Ausbildung zu staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erziehern abgeschlossen haben, sind der letzte Jahrgang, der seine Urkunden noch in den bisherigen Räumen erhalten hat. Ab Oktober werden die Gebäude am Jakobsberg saniert und umgebaut. Für mindestens ein Schuljahr bezieht die Fachakademie ein Ausweichquartier in Eggolsheim.
Schulleiter Jürgen Melber dankte dem Diözesan-Caritasverband, dass er als Träger in die Fachakademie investiere, um eine zukunftsfähige Ausbildung zu gewährleisten. Gebildet zu sein, bedeute heute, selbständig mit Problemen und Anforderungen umgehen zu können. Diese Fähigkeit wolle die Fachakademie vermitteln.
Angesichts der Kompetenzen der Erzieherinnen und Erzieher sei deren gesellschaftlicher Status aber immer noch zu gering. Trotz gestiegener Erwartungen gerade an den Bildungsauftrag und die Frühförderung im Kindergarten habe man den Schlüssel für die Zahl zu betreuender Kinder pro Erzieher nicht verbessert. Melber sprach die Erwartung aus, dass sich durch die Streiks der vergangenen Wochen zumindest die öffentliche Wahrnehmung verändert habe.
Mit einem Buchgeschenk zeichnete Melber die Jahrgangsbesten aus: Christina Rauschert mit einem Notenschnitt von 1,16, gefolgt von Lisa Schlund, Stefanie Ruffer, Sabrina Döpp und Lisa Grubert.
Erstmals Musikzertifikat für einen männlichen Absolventen
Neun Absolventen erhielten in diesem Jahr die „Felix“-Auszeichnung. Erstmals erwarb ein junger Mann das Zertifikat, das eine „überdurchschnittliche Befähigung zum Singen und Musizieren mit Kindern“ bescheinigt. Wolfram Brüggemann, der stellvertretende Chorleiter des Fränkischen Sängerbundes, hatte Lisa Grubert, Sabrina Döpp, Katja Schiel, Lisa Schlund, Miriam Strätz, Desiree Weiss, Martin Kaufmann, Anna-Marie Kotschenreuther und Jana Zenk an ihren Praktikumsstellen besucht und sich von ihrer Qualifikation überzeugt. Bei der Verleihung des „Felix“ betonte Brüggemann, dass Kinderlieder der Einstieg in die Sprachentwicklung seien: „Sie helfen Kindern, durch den Klang eines Satzes die Sinn-Einheiten zu durchschauen.“
Musiklehrer Tobias Wenkemann konnte nicht ohne Stolz berichten, dass inzwischen fünf weitere Fachakademien in Bayern planen, eine ähnliche Musik-Auszeichnung durchzuführen. Vorbild sei das von der Bamberger Fachakademie 2006 eingeführte Konzept.
In einem Gottesdienst, den Pfarrer Hans Lyer und Monsignore Edgar Hagel, der Vorsitzende des Diözesan-Caritasverbandes, in der Jakobskirche zelebrierten, hatten zuvor knapp 40 der Absolventen das „Religionspädagogische Ausbildungs-Zertifikat“ in Empfang genommen. Die Zusatzausbildung befähigt, in besonderer Weise an der religiösen Erziehung von Kindern und Jugendlichen in Gemeinden und sozialpädagogischen Einrichtungen mitzuwirken. Angesichts des zunehmenden Personalmangels in den Pfarreien, so Religionspädagoge Horst Engelhardt, könnten Erzieherinnen und Erzieher diese Qualifikation in die seelsorgliche Arbeit vor Ort einbringen.

