MIT dem Wind – GEGEN den Wind

Ein Schiff Ahoi an alle „Faksler“, Lehrer und Besucher dieser Webside
Ein Schiff Ahoi an Alle „Faksler“, Lehrer und Besucher dieser Webside. Wir, der Kurs 2a möchte sich zurückmelden, wir sind wieder gut auf dem Festland angekommen. Mit vielen neuen Erfahrungen, Eindrücken und neuen Erinnerungen an unsere Abschlussfahrt. Eine Abschlussfahrt der besonderen Art.
Fünf Tage verbrachten wir auf einem Segelschiff, der „Broedertrouw“ auf dem Ijselmeer und legten an verschiedenen Häfen in Holland an (Hoorn, Texel, Medemblik und Enkhuizen). Ich möchte Ihnen liebe Leserin, lieber Leser hier keinen detailgetreuen Bericht dieser Fahrt vorlegen. Viel mehr möchte ich Sie einladen mitzukommen: Zwei paar Hände drehen an einem Rad, drei Paar Hände ziehen an einem Seil. „Hau Ruck, Hau Ruck“ „Die Hälfte habt ihr geschafft“ „Wir lösen euch ab“ Drehen, drehen, ziehen. Der prüfende Blick nach oben. „Ein kleines Stück noch“. Geschafft. Die Segel sind oben. Der Wind fährt hinein, sie flattern. Alle schauen nach oben. Ein wahnsinniges Gefühl, hier zu stehen. Die Kraft der Natur, des Windes zu spüren welche uns voran treibt.
Ich schlüpfe in eine Schwimmweste und klettere über die Reeling. Ein wenig krampfhaft halte ich mich am Schiff fest, während ich mich langsam nach unten gleiten lasse. Vor unserem Schiff ist ein Netz befestigt, in welches man sich zum ausruhen hineinlegen kann. Das Netz sieht so einladend aus, wie eine riesige Hängematte, aber der Weg nach unten... „Jetzt kein falscher Fußtritt“ denke ich, „sonst landest du genau vor dem Schiff im Wasser.“ Mein Fuß setzt auf, ich lasse mich zurückfallen und lande auf der übergroßen Hängematte. Ich spüre, wie ich leicht geschaukelt werde, hin und her. Langsam lasse ich meinen Blick kreisen, rechts von mir ist das Meer, links von mir ist das Meer, unter mir ist das Meer und irgendwann der Meeresboden, über mir ist der blaue Himmel andem weiße Wolken vorüberziehen. Ich schließe die Augen, versuche die Magie des Augenblickes in mir aufzunehmen. Ich fühle mich frei...Unser Ziel: Ein einheimisches Restaurant. Am letzten Abend unserer Fahrt möchten wir gemeinsam typisch holländisch Essen gehen. Unser netter Skipper Arno und die Matrosin Saskia begleiten uns. Saskia geht vorneweg, sie kennt hier in Enkhuizen ein gutes Lokal. Als wir durch den Ort laufen, schweifen unsere Blicke über die kleinen Backsteinhäuser. Auch heute, am vierten Tag haben wir uns daran noch nicht sattgesehen. Ein kleines Haus neben dem anderen, große Fenster (ohne Vorhänge), bunte Türen und oftmals blühen Rosen oder andere bunte Blumen in den Vorgärten oder am Fenster. Die Hafenstädte strahlen eine wahnsinnige Gemütlichkeit aus... Als die Speisekarten vor uns auf dem Tisch liegen wird es spannend. Welches Essen verbirgt sich hinter diesen Wörtern? Was ist hier zu empfehlen? Während Einige versuchen zu raten, was die Wörter bedeuten könnten, holen sich andere Rat bei Saskia. Die wie so oft geduldig übersetzt und ihre Empfehlungen weitergibt. Als das Essen kommt, staunen wir nicht schlecht. Die Portionen sind riesig, es schmeckt einfach nur köstlich. Uns wird klar, dass es die Holländer gerne fettig, mit vielen Beilagen mögen. Heute Abend denken wir allerdings nicht an irgendwelche Kalorientabellen. Dafür schmeckt es einfach viel zu gut und außerdem sind wir auf Abschlussfahrt. Da haben wir und so ein Essen auch redlich verdient.
Ja, wir haben natürlich noch viel mehr erlebt. Zum Beispiel einen Tag auf See mit starkem Wind und hohem Wellengang (Klar hat das Schiff geschwankt), eine Nacht vor Anker mitten auf dem Watt, Souvenirs und Kleidung (vor Allem Schuhe) eingekauft, vom Schiff direkt ins Meer gesprungen, durch das Fernglas Seehunde auf einer Sandbank beobachtet, wir sind bei Ebbe mitten im Meer ausgestiegen und haben eine Sandburg im Watt gebaut und mit Muscheln „FAKS 2010“ daraufgeschrieben. Und und und... Jeder Einzelne von uns könnte seine ganz persönlichen Highlights aufschreiben und wir hätten ein ganzes Buch.
Deshalb bleibt nur noch zu sagen, wenn Sie einmal die Möglichkeit haben auf die „Broedertrouw“ zu gehen, tun Sie es, es lohnt sich. Diese Erfahrung haben wir gemacht.
von Andrea Panzer 2a