Mit Kindern dem Tod begegnen - Thementag im Fach PPH (von Dr. Ulrike Roppelt)


Den Studierenden der 1. Kurse war schnell klar, dass ‚Tod und Trauer‘ ein wichtiges Thema ist, dass gerade in der Ausbildung seinen Platz haben muss, gibt es doch in der Praxis immer wieder Situationen, in welchen sie Kinder und ihre Familien in der Bewältigung von Trauer begleiten müssen. Das kann ein Abschied von einem Haustier sein, eine lebensbedrohliche Diagnose eines Familienmitglieds oder der Tod von der geliebten Oma. Tod und Trauer gehören zum Leben dazu und sollten gerade für Kinder nicht tabuisiert werden. So tauchten viele Fragen auf, wie die angehenden Erzieher*innen in ihrer zukünftigen Praxis mit dem Thema umgehen können:
Sollten Kinder bei einer Beerdigung dabei sein dürfen? Wie können wir mit den Kindern über den Tod sprechen? Welche kindgerechten Materialien gibt es?
Marlene Groh und Michelle Dotzauer waren uns die richtigen Ansprechpartner*innen für unsere Unsicherheiten im Umgang mit trauernden Kindern. Als ausgebildete Kinder- und Jugendlichen-Trauerbegleiter*innen haben sie uns an ihrem fundierten Wissen und ihren praxisnahen Erfahrungen teilhaben lassen und uns viele Anregungen gegeben, wie wir als Pädagog*innen mit trauernden Kindern und ihren Familien umgehen können. Wichtige Erkenntnisse, die wir aus den Gesprächen mit Marlene und Michelle, mitnehmen durften:
□ Wir können Kindern die Begegnung mit dem Tod nicht ersparen. Nur wenn sie den Tod begreifen, können Kinder wirklich trauern und den Verlust verarbeiten.
□ Wir alle sind unser Leben lang auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, der auch den Tod miteinschließt. Im Gespräch mit Kindern ist es wichtig, ehrliche und authentische Antworten zu geben, in die auch eigene Zweifel einfließen dürfen. Es geht dabei nicht darum, alles ‚richtig‘ zu wissen.
□ Ein fragendes Kind hat sich in der Regel schon eigene Gedanken gemacht. Wenn wir als Erwachsene hier zurückzufragen („Was glaubst du denn?“), können wertvolle Stunden des gemeinsamen „Philosophierens“ entstehen.
□ Wenn wir mit Kindern und Jugendlichen über Abschied, Tod und Sterben sprechen, müssen wir nicht auf eine konkrete Situation warten. Das Thema Tod kann jederzeit in den Alltag einfließen: im Rhythmus der Jahreszeiten, in der Verwandlung der Raupe zum Schmetterling oder durch kirchliche Feiertage wie Ostern, Allerheiligen und Allerseelen.
□ Die eigene Trauer müssen wir nicht verstecken. Im Gegenteil: Für Kinder ist es wichtig zu erleben, dass auch wir Erwachsene Gefühle der Trauer zulassen.
Am Ende des Thementages konnten wir uns herzlich bei Marlene und Michelle bedanken, die ihren reichen Erfahrungsschatz, einige wertvolle Übungen und ihre Materialfülle zum Thema mit uns geteilt haben. Die ‚Begegnung mit dem Tod‘ hat uns fachlich und persönlich ein ganzes Stück weitergebracht. Danke!

