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Pädagogik der Vielfalt

Eine.-Welt-Tag Berlin 24
Datum:
Veröffentlicht: 16.6.24
Von:
Ulrike Roppelt

Eine-Welt-Seminartage im Berufspraktikum in Berlin (von Dr. Ulrike Roppelt)

Erstmalig in diesem Jahr hatten die Studierenden des Eine-Welt-Zertifikats die Möglichkeit, zwei Tage in Berlin zu verbringen. Die pulsierende multikulturelle Hauptstadt bot uns zahlreiche Möglichkeiten, Einrichtungen mit besonderem Profil kennen zu lernen, die es im Großraum Bamberg so nicht gibt.
Eine.-Welt-Tag Berlin 24

Einen halben Tag verbringen wir bei „Queer Leben“, wo uns die Bereichsleitung von ihren Erfahrungen in der Arbeit mit queeren Jugendlichen berichtet. Fachlich kompetent erzählt der Pädagoge uns von den besonderen Herausforderungen, die mit der pädagogischen Arbeit in den Wohngruppen verknüpft sind. Die Queere-Jugendhilfe versteht sich als Netzwerk von Initiativen und Einrichtungen in Berlin, die sich zum Ziel gesetzt haben, Hilfsangebote für junge Menschen verschiedener sexueller und geschlechtlicher Identitäten zu schaffen. Der intensive Fachaustausch hat unseren Blick auf das Thema LGBTQIA+ geschärft, mehr Sicherheit im Umgang mit diesen jungen Menschen geschaffen und viele Fragen in Bezug auf den pädagogischen Umgang geklärt. – Einmal quer durch Berlin und wir finden uns in einer KiTa mit besonderem Ansatz wieder: Anti-Bias ist ein diskriminierungs- und machtkritisches Praxiskonzept, das uns in der Kindertagesstätte Sonnenkäfer von zwei erfahrenen Erzieherinnen vorgestellt wird. Es geht darum, im pädagogischen Alltag vorurteilsbewusst mit Diversität und Unterschiedlichkeit auf der Grundlage von Gemeinsamkeiten umzugehen. Eindrücklich und praxisnah wird uns der pädagogische Ansatz präsentiert, der die Vielfalt, Mitbestimmung und Chancengleichheit aller Kinder fördert. Auch beim Rundgang durch die Einrichtung können wir eindrücklich erleben, wie Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Kindern wahrgenommen werden und sich die Familien mit ihren Besonderheiten angenommen fühlen. Unterschiedliche Familienformen, Sprachen, Religionen und Feste sind hier selbstverständlicher Bestandteil im Alltag und werden durch Fotos, Mappen, Spielmaterial und die Vielfalt der Angebote wertgeschätzt. - Nachdenklich und dankbar für die vielen praxisnahen Impulse machen wir uns am zweiten Seminartag auf den Weg zu unserer nächsten Einrichtung. Der Imam der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee erwartet uns bereits. In der muslimischen Gemeinde wird ein liberaler und inklusiver Islam gelebt. Die Moschee versteht sich als sicherer Ort für alle Menschen, die über Reformen im Islam nachdenken möchten. Mehrere Gemeindemitglieder berichten uns von ihrem spirituellen Weg, der sie letztendlich in diese Moschee geführt hat. Wir lernen die bekannte Autorin und Menschenrechtsanwältin Seyran Ates kennen, die Mitgründerin der Moschee. Ihr unerschrockener Einsatz für Frauen- und Menschenrechte berührt uns sehr und langsam wird uns auch klar, dass einige Anwesende dem LKA angehören, denn Seyran erhält aufgrund ihrer Tätigkeit rund um die Uhr Personenschutz. Wir erleben das Freitagsgebet mit Predigt und anschließendem Austausch. - Am Ende der zwei intensiven Tage steht für uns alle fest: Wir haben viel erlebt in Berlin und kehren dankbar und mit einer Menge Anregungen aus der „Pädagogik der Vielfalt“ zurück nach Bayern. Unser Blick hat sich geweitet. Danke an alle, die dazu beigetragen haben.

Eine.-Welt-Tag Berlin 24
Eine.-Welt-Tag Berlin 24
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