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„Reise in den Senegal – mit Neugierde im Gepäck“

Senegalreise 2025
Datum:
Veröffentlicht: 27.5.25
Von:
Ulrike Roppelt
Seit 10 Jahren pflegt die FAKS eine lebendige Partnerschaft mit Kolleg/-innen und Einrichtungen aus dem Senegal (Thiès). Jährlicher Höhepunkt ist immer wieder die Reise in dieses westafrikanische Land. Ein halbes Jahr hatten wir uns im Wahlfach mit dem Senegal befasst, haben Menschen aus diesem Land getrof-fen und waren mit pädagogischen Mitarbeitenden aus Thiès im Gespräch. Und nun ist es endlich so weit:
Senegalreise 2025

 Mit dem Flieger werden 16 Studierende des Wahlfachs im Rahmen des interkulturellen Jugendaustausches (Veranstalter: Burg Feuerstein) in den Senegal fliegen. Auch ich als Verantwortliche des Wahlfachs werde vor Ort sein und die Gruppe immer wieder treffen. Was wird uns die nächsten 14 Tage erwarten?

Im Rückblick auf die Reise können sicherlich nur einzelne Highlights hervorgehoben werden.

Am Strand von Popenguine verbringen wir einen Nachmittag. Es wird Fußball gespielt, zu dem sich bald auch senegalesische Jugendliche gesellen. Mutige werfen sich in die Fluten des Atlantiks und andere betä-tigen sich als Sand-Künstler/-innen. Es gibt viel auszutauschen über die Eindrücke und Begegnungen der letzten Tage. Ab und an sehen wir einen angespülten Schuh, eine Schiffsplanke oder einen Rucksack im Sand. Wer das wohl verloren hat? - Nicht weit von hier legen nachts die großen Pirogen ab, gefüllt mit jungen Senegales/-innen, die es nach Europa schaffen möchten, in eine vermeintlich bessere Zukunft. Nicht jedes Boot kommt bis zu den Kanaren. Vielleicht liegen auch hier am Strand Dinge, die mitsamt ihrem Eigentümer die Fahrt über das Meer nicht schafften und letztendlich im Wasser landen?

Am Samstagnachmittag füllt sich der Hof des Maison de Jeunnes, des katholischen Jugendhauses, wo sich auch die Gruppe aus Bamberg in der Regel aufhält. Aus den Lautsprechern tönen religiöse Choräle. Der Priester spricht noch einen Segen und dann setzt sich der Zug der Jugendlichen in Bewegung zum Wall-fahrtsort Mont Roland. Auch wir brechen einen Tag später mit Bus und Auto auf und treffen die Pilger-schar im großen Zelt vor der Kirche. Tausende sind gekommen, um die Wallfahrt mit Erzbischof André zu erleben. Der Gottesdienst geht über vier Stunden und wird vom Kirchenchor von Mont Roland musikalisch eingerahmt. Ein wahrlich musikalischer Ohrenschmaus, der das ganze Zelt in Schwingung bringt. Nach dem Gottesdienst werden wir alle in den VIP-Bereich eingeladen. Unter schattigen Pavillons gibt es ein leckeres Essen, viele gute Gespräche und spannende Begegnungen. Und so lernen wir auch den emeritier-ten Bischof Martin von Mauretanien kennen, der für sein soziales Engagement, seine unvoreingenommene Haltung zum Islam, sein Wirken für Geflüchtete und seinen Einsatz für Straßenkinder ausgezeichnet wor-den.

Fester Bestandteil des Jugendaustausches ist ein Ausflug auf die Insel Gorée vor der Küste von Dakar, die seit 1978 UNESCO Weltkulturerbe und bekannt als Symbol für die Verschleppung von Sklaven über den Atlantik ist. Vor allem das Maison des Esclaves, das letzte noch erhaltene Sklavenhaus von 1776, ist ein eindrücklicher Erinnerungsort und dient heute als Museum zur Geschichte der Sklavenverschiffung in Westafrika. Das, was man hier hören und erahnen kann, hinterlässt einen tiefen Eindruck und ein großes Bedürfnis nach Austausch in der Gruppe.

Besuch im Kindergarten Saint Jean Baptiste an Mardi Gras (Faschingsdienstag): Seit vielen Jahren schon besucht der Jugendaustausch auch den Partnerkindergarten der Caritas-Fachakademie. Auch dieses Mal wird die Gruppe sehr herzlich empfangen und mitten in das bunte Treiben geführt. Vielen Dank an die Lei-tung Agnes und ihr pädagogisches Team, das ihr uns jedes Mal so herzlich und mit viel Offenheit und Freude empfangt.

Teranga: Zwei Wochen war die Gruppe im Land unterwegs, besuchte Einrichtungen und kam mit vielen Menschen in Kontakt. Für das, was man in der senegalesischen Gesellschaft als große Besonderheit und Ressource erlebt, gibt es ein Wort in Wolof: Teranga. Es ist der höchststehende Wert im alltäglichen Um-gang mit Menschen. Es ist nicht leicht für uns als Deutsche, dieses soziale Phänomen zu fassen. Man könnte es beschreiben als eine Mischung aus Gastfreundschaft, Respekt, Gemeinschaft und Solidarität. Teranga ist das schlagende Herz des Senegal. Es ist ein großes Privileg, dass wir dies während unserer Rei-se immer wieder erleben durften. Danke an alle, die dies ermöglicht haben. (von Dr. U. Roppelt)

Senegalreise 2025
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