Reise in den Senegal – mit Neugierde im Gepäck 2023

Ein kurzer Erfahrungsbericht aus dem Wahlfach

Da ist das herzliche „Willkommen-Heißen“ der senegalesischen Jugendlichen mit einem Banner in tiefster Nacht am Flughafen von Dakar. Da ist dieser Moment des Ankommens im Priesterseminar in Thiès, als uns in Form eines Gekkos im Zimmer sehr bewusst wird, dass wir uns definitiv nicht mehr in Bamberg befinden. Sicher auch das Erleben und Bewusstwerden von Wasserknappheit und die damit verbundenen Auswirkungen des Klimawandels auf dem afrikanischen Kontinent, die uns beschäftigen und die wir in einem Kunstprojekt verarbeiten. Die Fröhlichkeit und Leichtigkeit der Senegalesen sind hier zu erwähnen, die uns immer wieder ansteckt und die uns auch jetzt noch davontragen, wenn wir daran denken. Ebenso die intensiven spirituellen Erfahrungen, die wir bei der Jugendwallfahrt, im sehr lebendigen Gottesdienst, als Teilnehmende am interreligiösen Jugendforum und beim Besuch der Mouriden in Touba machen dürfen. Uns wird auch der Respekt bleiben vor den riesigen Herausforderungen, mit welchen das Land und die Menschen zu kämpfen haben. Neben der Wasserknappheit wäre da beispielsweise noch die hohe Rate an Analphabeten, das Müll- und Plastikproblem, die Straßenkinder und die gesundheitliche Unterversorgung zu nennen. Wie dankbar können wir sein, zufällig in einem Land wie Deutschland geboren geworden zu sein! Auf der Sklaveninsel Gorée konnten wir uns mit der Kolonialzeit auseinandersetzen und uns über Themen wie Gerechtigkeit und Fluchtursachen Gedanken machen. Wir haben die faszinierende und bunte Vielfalt dieses Landes, die religiösen und kulturellen Wurzeln, die gesellschaftlichen, sozialen und geographischen Gegebenheiten, sowie seine Hoffnungen und Schwierigkeiten kennengelernt. Und wir haben pädagogische Einrichtungen und die Fachschule für Erzieher:innen besucht und in Workshops einen Einblick in die Bildungsarbeit im Senegal bekommen.
Und was bleibt nun von diesen zwei Wochen Senegal, was nehmen wir mit in unseren fränkischen Alltag und für unsere pädagogische Arbeit? Vielleicht so viel: Wir haben gemeinsam ein Land entdeckt und können als Reisende Kindern und Jugendlichen in unseren Einrichtungen von diesen Erfahrungen berichten. Jede/r von uns ist an andere persönliche Grenzen gestoßen und über sich selbst hinausgewachsen, wie dies Wanda Rezat so schön auf den Punkt bringt: „Reisen bedeutet Grenzen zu überschreiten, auch die eigenen.“ Wir haben globale Zusammenhänge verstanden, blicken anders auf die Selbstverständlichkeiten unseres Lebens und können Konsequenzen für unsere Alltagsgestaltung ziehen. Wahrscheinlich sind wir auch ein bisschen weltoffener geworden und haben unseren Blick für Dinge geschärft, die uns im Leben wichtig sind. Einseitige innere Bilder zum Leben im Senegal konnten auf diese Weise erweitert werden. Diesen geschärften Blick können wir nun auch bei Bildungsangeboten mit Kindern einfließen lassen. Kurz gesagt: Wir hatten mit dieser Reise bereits während unserer Ausbildung die Chance, unsere interkulturelle Kompetenz weiterzuentwickeln.
2014 wurde die Partnerschaft zwischen der Caritas-Fachakademie und unserem Partnerkindergarten im Senegal offiziell besiegelt. Unter dem Motto 'Bildung – Begegnung – Solidarität' engagieren sich seitdem zahlreiche Studierende und Lehrkräfte der Fachakademie für unsere Partnereinrichtungen und Kooperationspartner in Thiès. Auf dieser Grundlage entstand die Möglichkeit, dass Studierende des Wahlfachs am interkulturellen Jugendaustausch in den Senegal teilnehmen können, der im Rahmen der Diözesanpartnerschaft von der Jugendbildungsstätte Burg Feuerstein organisiert und durchgeführt wird. Herzlichen Dank an dieser Stelle für diese gute Kooperation zwischen der Burg und der FAKS und an alle, die zum Gelingen dieser ‚Reise in den Senegal‘ beigetragen haben.
(von Dr. Ulrike Roppelt)
















