Warum müssen Menschen fliehen? Ließe sich der Tod von Flüchtlingen im Mittelmeer vermeiden? Ist es Aufgabe der reichen Länder, das Elend in Afrika zu bekämpfen? Welche Hilfsaktionen sind auf Nachhaltigkeit ausgerichtet? Wie viele Flüchtlinge gibt es im Sinne der Genfer Konventionen? Und wie kann man sich ein Asylverfahren konkret vorstellen? Was tun gegen den 'rechten Hass'?
Am Seminartag mit dem Schwerpunktthema 'Flucht' haben 18 BerufspraktikantInnen mit Sabrina Assies (Die Sternsinger) und Dr. Ulrike Roppelt (Caritas-Fachakademie) Antworten auf diese aktuellen Fragen gesucht.
Schnell wird klar, dass es bei einer fachlichen Auseinandersetzung rund um das Thema 'Flucht und Migration' unverzichtbar ist, sich sowohl mit Hintergründen und Fluchtursachen, als auch mit Kürzeln und Fachbegriffen zum Thema zu beschäftigen. Nur allzu oft fehlen Zahlen und fundiertes Wissen in den öffentlichen Diskussionen. Mit großem Interesse wurden die Begriffe UNHCR, UMF, Resettlement, Binnenflüchtlinge, Asylverfahren u.v.a. erarbeitet und passende Antworten auf 'rechte Slogans' überlegt. Dass die Diskussion um Flüchtlinge längst auch die Kinderzimmer erreicht hat, wurde in der Gesprächsrunde der BerufspraktikantInnen schnell deutlich.
Die besondere Bedeutung einer präventiven (pädagogischen) Arbeit gegen Rassismus, Diskriminierung und Fremdenhass wurde der Gruppe am zweiten Tag bewusst, als immer mehr Informationen zur Razzia in Bamberg und zur Festnahme einiger Mitglieder des rechtsradikalen Milieus (Die Rechte) bekannt wurden. Ungläubiges Kopfschütteln und Fassungslosigkeit standen für einen Augenblick im Raum. - Doch dann war klar, dass wir gerade im pädagogischen Bereich eine besondere Verantwortung und viele Möglichkeiten haben, solchen rechtsextremen Tendenzen entschieden entgegen zu treten. Eine besondere Bedeutung kann in diesem Zusammenhang natürlich auch der Elternbildung zugeschrieben werden. Aus dieser Überzeugung heraus wurden an diesem Tag vielfältige interkulturelle Angebote und Projekttage zur Eine-Welt-Arbeit entworfen, die das Ziel haben, Kindern und Jugendlichen frühzeitig Respekt und Achtung vor jedem Menschen zu vermitteln. Hier gilt es, schwierige Themen kindgerecht aufzugreifen um bereits junge Menschen frühzeitig für Unrecht gegenüber anderen Menschen zu sensibilisieren. Anhand von interaktiven Methoden probierten die BerufspraktikantInnen aus, wie man Fluchterlebnisse für Kinder und Jugendliche in sozialpädagogischen Einrichtungen nachvollziehbar und verstehbar machen kann. Gerade für junge Menschen ist es in der Beschäftigung mit globalen Problemen besonders wichtig, dass sie etwas tun, sich einsetzen können für mehr Gerechtigkeit in ihrer Gruppe, in ihrer Nachbarschaft und auch in den Krisengebieten dieser Erde. Und so haben wir uns immer wieder die Zeit genommen, passende Projekte und Anregungen aus aller Welt für die interkulturelle Arbeit mit Kindern und Jugendlichen kennen zu lernen. Die Motivation der angehenden Erzieherinnen, sich für interkulturelle und Eine-Welt-Arbeit in ihren Einrichtungen stark zu machen, war am Ende der beiden Seminartage enorm.
Loslegen! - So brachte eine Berufspraktikantin die Stimmung passend auf den Punkt.