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Schule ohne Rassismus macht Kino

Schule ohne Rassismus macht Kino
Datum:
Veröffentlicht: 16.6.24
Von:
Ulrike Roppelt

Ein klassenübergreifender Filmnachmittag im 2. Kurs (von Dr. Ulrike Roppelt)

Im Seminarraum der Fachakademie wird es ruhig, gleich beginnt der Film. 80 Augenpaare richten sich nach vorne auf die Leinwand und verfolgen gebannt das, was sich dort die nächsten 60 Minuten abspielt.
Schule ohne Rassismus macht Kino

Der Film nimmt uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit, in das Bamberg um 1930. Am Neuen Gymnasium blicken die Schülerinnen und Schüler hoffnungsfroh in ihre Zukunft. „Latein wird gelernt, Noten werden erhoben, Freundschaften werden geschlossen. Doch mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten verändert sich alles: die Stadt, die Schule sowie auch die Beziehungen zu den anderen. Vor allem für die jüdischen Schülerinnen und Schüler wird der Alltag immer schwerer. Im Jahr 1938 scheint es schließlich unmöglich, dass Hildegard ihr Abitur an der Schule bekommen kann. Sie ist Jüdin“ (Auszug aus der Filmbeschreibung).

Der Spielfilm des Franz-Ludwig-Gymnasiums „Wenn Zeiten dich ändern“ nimmt uns mit in ein Bamberg, das wir so nicht kennen. Die lange Straße beflaggt mit Hakenkreuzfahnen, SS-Patrouillen auf der unteren Brücke, ein Treffen des „Bundes deutscher Mädchen“ am Dom, die Zerstörung der Bamberger Synagoge. Bewegende Filmmomente, die uns mit Originalaufnahmen aus der Zeit des Nationalsozialismus mit hinein in den Geist dieser Zeit nehmen. Und mittendrinnen der Abiturjahrgang des Neuen Gymnasiums 1938, der sich nur schwer gegen die menschenverachtende Ideologie der Nationalsozialisten stellen kann.

Nach dem Film steht uns Frau Behr, die Regisseurin des Projektes, zum Gespräch zur Verfügung. Die verbleibende Zeit reicht kaum, um auf die vielen Fragen und Statements aus dem Publikum einzugehen. Besonders berührend erlebten die Studierenden den Blick in die dunkle Vergangenheit unserer Stadt Bamberg. Viele Studierende hielten den Film für sehr gut geeignet, ihn auch mit Jugendlichen aus ihrer sozialpädagogischen Praxis anzusehen. Auch die Botschaft des Spielfilms wurde im Gespräch mit der Regisseurin noch einmal deutlich. „So etwas darf uns nie mehr passieren!“ Das Filmprojekt wurde mit dem Margot-Friedländer-Preis 2022 sowie dem Kinder-Medien-Preis ausgezeichnet. Und so gab uns Frau Behr am Ende des Kinonachmittags die Worte von Margot Friedländer, einer 103-jährigen Holocaust-Überlebenden, mit auf den Weg: „Es gibt kein christliches, kein muslimisches, kein jüdisches Blut. Es ist alles menschliches Blut. Wir Menschen sind alle gleich wertvoll. Entscheidet euch immer für das Gute. Es ist so einfach, Mensch zu sein“ (Margot Friedländer 2023).

Danke an das Team von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, das uns diesen Kinonachmittag ermöglicht hat.

Schule ohne Rassismus macht Kino