Schwerpunktwoche der ersten Kurse zum Thema Erzieherpersönlichkeiten

Sebastian Kneipp

Eine ganze Woche setzten sich die beiden ersten Kurse mit dem Schwerpunktthema „Erzieherpersönlichkeiten“ auseinander. Als Ausgangspunkt diente eine von den Lehrern anschaulich gestaltete Teamsitzung, in der ein Kindergarten seine pädagogischen Schwerpunkte ändern möchte. Die Studierenden sollen sich nun als Teammitglieder mit einer Erzieherpersönlichkeit auseinander setzen und nähere Informationen dazu sammeln.
Unsere Gruppe befasste sich mit Sebastian Kneipp, aber auch das Wissen über Maria Montessori oder Giovanni Don Bosco konnte in dieser Woche vertieft werden. Der „Wasserdoktor“ Sebastian Kneipp lebte von 1821 bis 1897, war allerdings kein Arzt, sondern Pfarrer. Im Alter von 28 Jahren traf ihn ein schwerer Schicksalsschlag. Er erkrankte an einer (damals) unheilbaren Krankheit. Die Ärzte gaben ihm keine große Hoffnung, doch durch seine selbst verordneten eiskalten Bäder heilte er sich selbst. – Doch was hat das alles im Kindergarten zu suchen und mit Erzieherpersönlichkeiten zu tun? Sehr viel! Kneipp entwickelte aus diesem Schlüsselerlebnis ein ganzheitliches Gesundheitskonzept.
Die fünf Säulen der Kneippschen Lehre heißen „Lebensordnung“, „Gesunde Ernährung“, „Bewegung“, „Kräuter und Heilpflanzen“ und „Wasser“. Diese fünf Elemente überschneiden sich immer wieder und bilden eine komplexe Einheit. Bei der Kneippschen Lehre geht es also um Gesundheitserziehung mit Freude und Spaß, um das Erleben und Begreifen der Natur mit allen Sinnen. Spielerisch erwerben die Kinder Grundlagen einer gesunden und naturgemäßen Lebensweise. Auch der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan setzt sich mit dem Thema Gesundheit in einem eigenen Kapitel auseinander, was den hohen Stellenwert für die Arbeit im Elementarbereich für uns verdeutlicht.
Die ganze Woche über haben wir uns mit diesem Thema befasst und die einzelnen Säulen praktisch und theoretisch bearbeitet: Die Säule „Kräuter und Heilpflanzen“ wurde praxisnah vermittelt durch das Kennenlernen verschiedener Heilkräuter, den Austausch mit einer Kräuterpädagogin, durch eigenes Herstellen von Tee, das Gestalten eines Kräuterspiels, eine Exkursion in den Wald „ab durch die Hecke“ und verschiedene Wissensfragen rund um Kräuter und Heilpflanzen. Zur Vermittlung der Säule „Gesunde Ernährung“ haben die Studierenden eine leckere Kürbissuppe gekocht und gemeinsam genossen. Auch „Bewegung“ fand in unserem Alltag reichlich statt, durch gezielte Bewegungsspiele und unterschiedliche Methoden. Die Säule „Wasser“ schließlich machte Kneipp „weltberühmt“. Mit verschiedenen Kneippschen Einheiten, vom Wassertreten, Wechselfußbad über kalte und warme Armbäder bis hin zum Taulaufen erlebten die angehenden Erzieher/-innen viele Anwendungsmöglichkeiten am eigenen Körper. Durch all diese Methoden erhöht sich auch das seelische Wohlbefinden, was die fünfte Säule „Lebensordnung“ symbolisiert. Durch Struktur, Regeln und Rituale, aber auch durch Ruhepausen, Entspannung und viele schönen Momente lernten die Teilnehmer/-innen ihre persönliche „innere Ordnung“ kennen und lieben.
Der Kneipp-Kindergarten Wachenroth ermöglichte es den Studierenden einen Einblick zu bekommen, wie man die Erkenntnisse dieser Woche praktisch mit Kindern umsetzen kann. Alle konnten verschiedene Einheiten (Wasserschlange, Wassertreten, Spielen und Forschen mit Wasser in der Krippe) miterleben. Es gab viele schöne und beeindruckende Momente, wo man sah, wie einfach es doch sein kann, mit einem so umfassenden Konzept so viele Bildungsbereiche des BEP zu erfassen.
Eine abwechslungsreiche Woche neigte sich dem Ende zu, wenn da nicht noch … die Abschlusspräsentation gewesen wäre! Die erarbeiteten und gestalteten die Studierenden in Gruppenarbeit. Durch Praxis- und Theorieeinheiten lernte jeder u. a. die jeweils anderen Erzieherpersönlichkeiten (Montessori und Don Bosco) kennen. Nach einer gemeinsamen Reflexion endete die Schwerpunktwoche „Erzieherpersönlichkeiten“ nun endgültig und jede(r) ging mit einem seelischen Wohlbefinden ins Wochenende.


