Zum Inhalt springen

„Was hält mich gesund, was macht mich gesund?“

kneipp1213
Datum:
Veröffentlicht: 10.11.12
Von:
Andrea Kraft, Doris Müller

Die Bedeutung der Gesundheitsförderung auf der Grundlage von Sebastian Kneipp

In der Schwerpunktwoche „Pädagogische Konzepte“ setzte sich eine Gruppe von Studierenden der ersten Kurse mit der Frage auseinander, was Kinder denn heute wirklich brauchen, um sich zu kompetenten Persönlichkeiten zu entwickeln. In welchem Maß spielt Gesundheitsförderung dabei eine Rolle? Mit der Ottawa Charta wurde 1986 von der Weltgesundheitsorganisation ein neues Konzept zur Gesundheitsförderung verabschiedet. Die zentrale Aussage lautet: „Gesundheitsförderung zielt auf einen Prozess, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen“ (WHO 1986).

Das, was die Weltgesundheitsorganisation 1986 als neues Konzept verabschiedet hat, wollte Pfarrer Sebastian Kneipp schon vor 100 Jahren anregen. Mit der Veröffentlichung seines Buches „Meine Wasserkur“ im Jahr 1886 hatte er die Hoffnung verbunden, dass die Menschen sich selbst helfen können. Der „Wasserdoktor“ Kneipp war Vertreter einer ganzheitlichen Heilkunde und einer naturgemäßen Lebenslehre. Schon damals hat er erkannt, dass Körper, Geist und Seele eine Einheit bilden und eine wesentliche Rolle für Gesundheit und Krankheit spielen. Wichtig war ihm dabei, den ganzen Menschen zu betrachten mit seinen körperlichen, psychischen und sozialen Bedürfnissen.

Kinder sind in der heutigen Gesellschaft stetig neuen Anforderungen ausgesetzt. Sie suchen Orientierungs- und Haltepunkte, an denen sie ihr Leben ausrichten können und hier setzt das Kneipp-Gesundheitskonzept, das auf den fünf Grundelementen Lebensordnung, Wasseranwendung, Heilkräuter, Bewegung und Ernährung beruht, an.

Am Anfang der Woche entdeckten die Studierenden die Lebensspur von Sebastian Kneipp, um sich dem entwickelten Heil- und Lebenskonzeptes, das heute aktueller denn je ist, zu nähern. Kneipp sagt: „Glücklich der Mensch, der es versteht und sich bemüht, das Notwendige, Nützliche und Heilsame mehr und mehr sich anzueignen“ (Hiller 2011, S.2). Ganz in diesem Sinne probierten die Studierenden die fünf Säulen an sich selbst aus. So lernten sie die Wasseranwendungen durch Arm- und Fußbäder mit Kräuterzusätzen, sowie aktive Bewegungselementen kennen. Tauchten in die Welt der Märchen ein, die eine Reise in das Innere der Seele ermöglichten und gestalteten Naturmandalas, um die seelische Ausgeglichenheit im Bereich der Lebensordnung zu erfahren. Nach Kneipp führt der Weg zur Gesundheit durch die Küche und nicht durch die Apotheke (vgl. Hiller 2011, S. 11). Und ganz in diesem Sinne stellten die Studierenden ein ausgewogenes Frühstück aus einfachen und natürlichen Produkten her, das in angenehmer Tischatmosphäre verspeist wurde.

Eine gemeinsame Exkursion in den Kneipp-Kindergarten „Villa Kunterbunt“ in Wachenroth, bot die Chance, die Umsetzung dieses Konzeptes in der Praxis erleben und hinterfragen zu können. Aktiv kneippten die Studierenden mit den Kindern und beobachteten, wie selbstverständlich und mit welcher Freude, sich die Kinder auf diese Aktivitäten einließen. Anschließend stellte sich die stellvertretende Kindergartenleitung Frau Margit Reif, die seit 1999 Kneipp Beauftragte ist und das Konzept ganzheitlich lebt, aufgeschlossen und offen den vielfältigen Fragen.

In dieser Woche wurde den Studierenden deutlich, dass das Gesundheitskonzept nach Kneipp eine gute Möglichkeit ist, Kinder an eine gesunde Lebenseinstellung heranzuführen. Denn in der Auseinandersetzung mit der Frage: „Was hält mich gesund, was macht mich gesund?“ stärken Kinder selbstbestimmt ihr Wohlbefinden. Und so lautete am Ende der Woche das Fazit der Studierenden: „Ich hätte nicht gedacht, dass die Woche so schnell vorbei sein würde und ich viele praktische Ideen mitnehmen kann.“

kneipp1213
kneipp1213
kneipp1213
Kmeipp 1213