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Welt verändern!

Nachhaltigkeit PPH 2020
Datum:
Veröffentlicht: 29.4.20
Von:
Ulrike Roppelt

Thementag Nachhaltigkeit in PPH

Es war einmal vor langer Zeit, da lebte in den sächsischen Wäldern ein gar nicht dummer Förster namens „Hannß“ …

Klingt fast wie ein Märchen, ist jedoch der wahre Beginn einer „Erzählung“, die bis heute gilt. Denn von längst vergangenen Tagen her rührt der Begriff der „Nachhaltigkeit“. Er verbindet sich eng mit dem Namen Hans Carl von Carlowitz (1645 – 1714), einem Forstmann, der bis heute als „Vater“ der Nachhaltigkeit gilt. Er prägte die Maxime, dass der Mensch nur so viel Wald abholzen darf, wie in absehbarer Zeit auf natürliche Weise dort wieder nachwachsen kann.

Dieser „alte“ Grundsatz hat bis zum heutigen Tag in die Definition und Konzeption aller nachhaltigen Entwicklungs- und Bildungskonzepte Einzug gehalten.

Als oberstes Ziel von Nachhaltigkeit gilt bis heute, eine „chancengerechte Entwicklung“ zu schaffen, die „ein Leben in Frieden“ und ein „dauerhaft tragfähiges Ökosystem“ für alle Menschen weltweit ermöglicht … Klingt wie ein Märchen … Doch sowohl im Brundtland Bericht der Vereinten Nationen von 1987 als auch in den 17 Zielen Nachhaltiger Entwicklung der Vereinten Nationen ist dieser Gedanke international organisiert und in einer Charta für die Weltgemeinschaft festgeschrieben. - Auftrag ist unter anderem, Menschen bereits in frühem Alter zu nachhaltigem Bewusstsein zu erziehen. So kommt mittlerweile keine Bildungseinrichtung mehr daran vorbei, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Auch wir an der FAKS Bamberg haben uns im Rahmen des PPH-Unterrichts mit Nachhaltigkeit und Nachhaltiger Bildung beschäftigt, denn angehende Erzieher*innen sind wichtige Multiplikator*innen dieses großen, weltweiten Gedankens.

Nachdem wir, Frau Dr. Roppelt und Frau Wall, als PPH-Lehrkräfte die Grundlagen und Zusammenhänge des Nachhaltigkeitsgedanken in Verbindung zur Erzieher*innenausbildung verdeutlicht hatten, starteten wir mit den Studierenden einen Selbstversuch. Ihr Auftrag war, sich zwei Wochen lang in nachhaltigerem Verhalten auszuprobieren, sei es, indem sie auf gesündere Ernährung achten, Plastik vermeiden oder nachhaltiger einkaufen wollten. Ihre Eindrücke und Erfahrungen sollten sie in einem kleinen vorbereiteten Tagebuch festhalten, um sich danach darüber auszutauschen, wie es ihnen mit dieser kleinen Lebensumstellung ergangen ist, was ihnen dabei Verzicht, was ihnen Gewinn war.

Fazit: Uns wurde bewusst, wie schwer es uns fällt, unser luxuriöses Leben, selbst für einen ziemlich kurzen Zeitraum, umzustellen bzw. zu reduzieren.

Aber auch: wie viel Genuss und Gewinn nachhaltiges Leben bereits im Kleinen bieten kann. Darüber hinaus: Einfach ein gutes Gefühl!

Blicken wir auf die momentane Situation - dies nicht zu tun, scheint fast unmöglich - so muss uns bewusst sein, dass es kein kleiner Versuch bleiben darf, nachhaltiger zu leben, sondern unsere Pflicht ist. Und dieses Wissen sollten wir als pädagogische Fachkräfte - gleich ob Lehrkräfte oder Erzieher*innen - auch vorleben und weitergeben.

Denn was der gar nicht dumme „Hannß“ schon wusste: wenn wir nachhaltiger Leben, dann geht das Leben auch für alle weiter! … Sonst … wird´s schwierig! (von Selma Wall und Dr. Ulrike Roppelt)