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'Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.' (Richard von Weizäcker)

'Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.' (Richard von Weizäcker)Ein Thementag in den ersten Kursen zum 9. November  (von Dr. Ulrike Roppelt)
Datum:
Veröffentlicht: 19.12.18
Von:
Ulrike Roppelt
Ein Thementag in den ersten Kursen zum 9. November
'Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.' (Richard von Weizäcker)Ein Thementag in den ersten Kursen zum 9. November  (von Dr. Ulrike Roppelt)

Der 9. November wird auch als ‚Schicksalstag der Deutschen‘ bezeichnet, da auf dieses Datum eine Reihe von Ereignissen fällt, die in der Geschichte Deutschlands einen politischen Wendepunkt markieren. Anlass genug, den 9. November 1938 in den Mittelpunkt des Unterrichts zu stellen und eine Brücke zwischen den Novemberpogromen (der sog. Reichskristallnacht) und der Pädagogik der Achtung von Janusz Korczak zu schlagen.

Und eine gute Möglichkeit, uns durch den Blick in die Vergangenheit unserer Verantwortung für die Gegenwart bewusst zu werden.

Der Arzt, Schriftsteller und Erzieher Janusz Korczak wurde 1878 in Warschau geboren und zusammen mit seinen 200 Heimkindern im nationalsozialistischen Vernichtungslager Treblinka 1942 ermordet. Janusz Korczak hat mit allen gängigen Erziehungspraktiken seiner Zeit gebrochen und ein völlig anderes Bild vom Kind entwickelt. Seine pädagogischen Vorstellungen (Pädagogik der Achtung) sind heute – 100 Jahre nach seinem Wirken – immer noch aktuell.

Der Spielfilm ‚Korczak‘ hat uns allen sehr eindrücklich das Wirken und die pädagogischen Prinzipien dieses großen Pädagogen vor Augen geführt und wertvolle Anregungen für unsere heutige Erziehungspraxis gegeben. In den anschließenden Gesprächen wurden auch Bezüge zu aktuellen Themen (Demokratie schützen, Rassismus, Situation von Flüchtlingen, rechtsradikale Tendenzen) hergestellt. Besonders interessant war, wie wir als Erziehende die Würde und die Rechte von Kindern achten können und wie es – selbst in einer Diktatur – gelingen kann, eine demokratische Lebenswelt zu gestalten.

'Ein Erzieher ist nicht verpflichtet, Verantwortung für die entfernte Zukunft auf sich zu nehmen – aber er ist voll verantwortlich für den heutigen Tag.' (Janusz Korczak)

In seinem Buch ‚Wie man Kinder lieben soll‘ fordert Janusz Korczak drei Grundrechte für Kinder ein: Das Recht des Kindes auf seinen Tod, das Recht des Kindes auf den heutigen Tag und das Recht des Kindes, so zu sein, wie es ist.

In der Auseinandersetzung mit Korczak’s ‚Pädagogik der Achtung‘ entstanden die folgenden Merksätze, die am Ende des Thementages als Fazit vorgelesen wurden.

- Sei die Veränderung, die du dir selbst erhoffst.

- Kinder werden nicht zu Menschen, sie sind es schon.

- Die Liebe stärkt das Kind.

- Jedes Kind so annehmen, wie es ist und wertschätzend mit ihm umgehen!

- Das Kind soll seine Persönlichkeit frei entfalten können.

- Jedes Kind hat das Recht, so zu sein, wie es möchte.

- Wir sind alle Menschen mit dem Recht auf Achtung.

- Jedes Kind ist ein wertvoller und einzigartiger Mensch. Es sollte seinen Tag so gestalten dürfen, dass es am Ende des Tages so glücklich ist, als ob es sein letzter Tag wäre.

(Dr. Ulrike Roppelt)

'Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.' (Richard von Weizäcker)Ein Thementag in den ersten Kursen zum 9. November  (von Dr. Ulrike Roppelt)
'Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.' (Richard von Weizäcker)Ein Thementag in den ersten Kursen zum 9. November  (von Dr. Ulrike Roppelt)
'Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.' (Richard von Weizäcker)Ein Thementag in den ersten Kursen zum 9. November  (von Dr. Ulrike Roppelt)
'Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.' (Richard von Weizäcker)Ein Thementag in den ersten Kursen zum 9. November  (von Dr. Ulrike Roppelt)