Zum Inhalt springen

„What's the craic!?“ - So begrüßen sich die Nordirländer im historischen Derry

Wahlfach interkultureller Austausch
Datum:
Veröffentlicht: 24.7.26
Von:
Tobias Wenkemann

zum Hintergrund:

„Interkulturelle Begegnung“ gehört seit vielen Jahren zu den besonderen Wahlfächern an der Caritas Fachakademie für Sozialpädagogik. Nachdem der - in Zusammenarbeit mit Burg Feuerstein durchgeführte - Austausch mit der Partnerdiözese Thiés im Senegal in diesem Jahr leider nicht stattfinden konnte, gelang es gemeinsam mit der GEB, eine spannende Alternative auf die Beine zu stellen. Dank der Förderung durch Erasmus+ konnten 18 Studierende aus sechs verschiedenen Klassen an einer zweiwöchigen Reise nach Derry teilnehmen.

Vor Ort erhielten die angehenden Erzieherinnen und Erzieher vielfältige Einblicke in das nordirische Bildungs- und Betreuungssystem. Gleichzeitig setzte sich die Gruppe intensiv mit der Geschichte und den gesellschaftlichen Herausforderungen der Stadt auseinander, die bis heute von den Auswirkungen der sogenannten „Troubles“ geprägt ist.

Reisebericht zur Bildungsjahr ins historische Derry im Schuljahr 2025/26

Bildungsreise Derry

Wir spulen zurück und finden uns in den Vorbereitungen für die zweiwöchige Reise wieder, die im Rahmen des Wahlfachs “Interkulturelle Begegnung” von den Lehrkräften Tobias Wenkemann und Paula Conradt mit Unterstützung des Erasmus+ Programms der Europäischen Union ermöglicht wurde.

Die ersten Herausforderungen ist, dass wir gemeinsam an die Planung gehen. Wir bereiten uns auf die Anreise vor, setzen uns mit dem geschichtlichen Hintergrund der in Nordirland gelegenen Stadt Derry auseinander und erstellen eine umfangreiche Packliste.

Im Februar ist es dann endlich soweit und wir starten mit Vorfreude vom Frankfurter Flughafen ins Vereinigte Königreich. Angekommen in der kleinen regnerischen Stadt im Norden von Irland, werden wir herzlich von unseren Gastfamilien begrüßt und haben am ersten Abend Zeit uns erst einmal zu beschnuppern. Womit sich auch die Gelegenheit eröffnet, unsere sprachlichen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Am Tag darauf werden wir von der „Foyle International Language School“, die den Aufenthalt vor Ort koordiniert, mit einer Einführung in ein abwechslungsreiches Programm für zwei Wochen empfangen.

Damit startet ein wildes Abenteuer mit Besuchen in pädagogischen Bildungseinrichtungen, wie Kindergärten, Grundschule, Jugendzentren und sogar eines Kinder- und Jugendhilfe Projekts. Unser Aufenthalt wird auch mit Freizeitaktivitäten, wie dem Erkunden von Museen, einem irischen Tanzkurs und dem Auskundschaften der traditionellen nordirländischen Pubs ausgeschmückt und bietet uns die Gelegenheit, in zwischenmenschlichen Kontakt mit den Einheimischen zu treten. Es ergeben sich daraus anregende Gespräche und Begegnungen, die uns noch authentischer und näher an die Geschichte, die Sprache und die kulturellen Unterschiede heranführen.

Ein Highlight war für mich der Besuch des Naturspektakels am Causeway und die damit verbundene Legende des „Giants Fynn Mccool“.

Diese Erfahrung, innerhalb von zwei Wochen ein neues Land zu entdecken, hat 18 Schüler und Schülerinnen aus sechs verschiedenen Klassen näher zusammenwachsen lassen. Es wurde ermöglicht, ein Land mit bewegendem Hintergrund besser verstehen zu können, Englisch-Kenntnisse weiter auszubilden und das Selbstvertrauen zu fördern. Die damit verbundene Freude, mit der Welt in aufgeschlossenen Kontakt zu treten und sie begreifen zu wollen, hat diese Übung letztendlich ganz besonders gemacht.

 

“Get me the fuck out of here and take me somewhere where the sun is”. Das waren die Worte einer Straßenreinigungskraft, trotz all ihrer Verbundenheit zur regnerischen Stadt. Er lachte beherzt mit uns, als wir ihn mitten am Marktplatz fragten, was eine übliche Redewendung hier in Derry sei. Es sind doch die kleinen Dinge, die uns mit einem ehrlichen Lachen verbunden fühlen lassen. Kulturelle Unterschiede – ja, die

gibt es überall. Den Mut, unsere Neugierde zuzulassen und in andere Kulturen einzutauchen, finden wir nur in uns selbst.

Wir sind gespannt, wohin die Reise im kommenden Schuljahr geht. „See ya then!“

von Lydia Summa