#Willkommen – Begegnung mit Ibrahim Mohamed aus Syrien


‚Ich heiße Ibo und bin als minderjähriger Flüchtling aus Syrien gekommen. 2015 floh ich aus meiner Heimat, weil dort Krieg war‘ – so beginnt Ibo seine Geschichte. Eine Geschichte über Ungerechtigkeit, Tod, Angst, Folter, Krieg und letztendlich Flucht nach Deutschland.
‚Nach meiner schwierigen Flucht war Deutschland der Himmel - wirklich: Alles war schön. Ich habe viel Hilfe bekommen. Ich lernte die Gesetze und moralischen Vorstellungen der für mich neuen Gesellschaft. … Ob ich in Deutschland bleibe, weiß ich noch nicht. Eine Rückkehr nach Syrien heißt im Moment, ein Opfer, ein Toter mehr. Aber, wer weiß, wenn es irgendwann wieder Frieden und Hoffnung gibt für Syrien, möchte ich zurückkehren und helfen, unser Land wiederaufzubauen.‘
Es ist ganz still im Raum, die Fluchtgeschichte von Ibo berührt uns alle. Wir merken, wie wichtig es ist, nicht ÜBER Flüchtlinge zu reden, sondern MIT ihnen und dass es gut ist, wenn es bei einer Begegnung gelingt, den einzelnen Menschen hinter der sog. ‚Flüchtlingswelle‘ zu sehen und ihm auf Augenhöhe und mit Respekt zu begegnen. Wie dankbar können wir sein für ein Leben in Deutschland in Freiheit, Frieden und Demokratie. Und: wie wichtig ist es doch, sich dafür einzusetzen.
Ibo’s Lebensgeschichte geht hier in Deutschland weiter, hat eine Wendung genommen und nun klingt sie wie eine hoffnungsvolle Geschichte des Neubeginns.
‚Ich schreibe gerade ein Buch über Syrien und meine Flucht, ich mache eine Ausbildung zum Kinderpfleger und möchte letztendlich meinen Traum von einem Studium verwirklichen.‘
Am Ende des Besuches von Ibo schauen wir uns den Film #Willkommen an, in dem Ibo die Hauptrolle spielt. Er ist zusammen mit Geflüchteten entstanden und porträtiert ihre zwiespältige Lage – zwischen Ohnmacht und fremden Erwartungen. Ein Film, in dem Geflüchtete zu Nummern in einer Castingshow degradiert werden. In einer fiktiven TV-Show kämpfen sie in mehreren Kategorien gegen eine Abschiebung. Ein Film, in dem Lebensgeschichten, Fluchtgeschichten allein der Unterhaltung dienen. In dem letztendlich das Publikum mit seinem Votum darüber entscheidet, ob ein Mensch bleiben darf oder abgeschoben wird. Ein Film, der unter die Haut geht und nachdenklich stimmt.
Lieber Ibo, herzlichen Dank, dass du den Weg zu uns an die Fachakademie gefunden hast. Danke für deine Offenheit und deinen Mut, uns von deinem Leben zu erzählen. Wir wünschen dir für deine Zukunft alles erdenklich Gute.
(Dr. Ulrike Roppelt)
