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Willkommen im Walderlebniszentrum Schernfeld

Wald1516
Datum:
Veröffentlicht: 29.5.16
Von:
Martina Schnepf

Berufspraktikant/-innen erleben besondere Form der Gastfreundschaft

Seit beinahe 20 Jahren ist Waldpädagogik gesetzlicher Bildungsauftrag der Forstbehörden in Bayern. Und dennoch ist es nicht selbstverständlich, dass wir im Rahmen der Ausbildung an der Fachakademie die vielfältigen Möglichkeiten des Walderlebniszentrums Schernfeld bei Eichstätt in Anspruch nehmen dürfen. Es bleibt jedes Jahr aufs Neue etwas ganz besonderes, mit den Berufspraktikant/-innen für zwei Seminartage im Walderlebniszentrum Schernfeld zu Gast sein zu dürfen.
Wald1516
Seit beinahe 20 Jahren ist Waldpädagogik gesetzlicher Bildungsauftrag der Forstbehörden in Bayern. Und dennoch ist es nicht selbstverständlich, dass wir im Rahmen der Ausbildung an der Fachakademie die vielfältigen Möglichkeiten des Walderlebniszentrums Schernfeld bei Eichstätt in Anspruch nehmen dürfen. Es bleibt jedes Jahr aufs Neue etwas ganz besonderes, mit den Berufspraktikant/-innen für zwei Seminartage im Walderlebniszentrum zu Gast sein zu dürfen.
Das Walderlebniszentrum Schernfeld liegt im Naturpark Altmühlthal und hat zum Ziel, mit Forstlicher Bildungsarbeit und Waldpädagogik über persönliche Erlebnisse das Interesse an der Natur zu wecken und zum Staunen über Naturzusammenhänge anzuregen. Ausgangspunkt für das Lernen und Erleben im und vom Wald ist für die Gruppe der Berufspraktikant/innen ein idyllischer Übernachtungsplatz auf einer Lichtung im Schernfelder Forst. Nach einer ersten spielerischen Erkundung des Waldgebietes in der direkten Umgebung, wurden zum Einstieg Tierspuren erkundet, die Höhe der Bäume mit unterschiedlichen Varianten berechnet. Zum ersten Mal seit Schulzeiten erfreuten sich dabei einige an der Bedeutung des Satzes des Pythagoras und der Möglichkeit der Anwendung im Lebensalltag. Am Nachmittag nahm sich Andreas Böhm, Mitarbeiter des Walderlebniszentrums mehrere Stunden Zeit, den Berufspraktikant/-innen ganzheitlich durch praktisches Erleben und Lernen ökologische und gesellschaftliche Zusammenhänge im Wald nahezubringen. Auf einem abwechslungsreichen Weg vermittelte Andreas Böhm unglaublich viel Wissen zu Pflanzen, Bäumen, Pilzen, regte das Nachdenken über Veränderungen in der Natur und ökologische Zusammenhänge an und ging auf die vielen Fragen der Studierenden ein. Immer wieder gab er, ohne dabei belehren zu wollen, Anstoß, über das eigene Wertverständnis und über mögliche Verhaltensänderungen nachzudenken. Waldpädagogik hat das Ziel, den Menschen ganzheitlich, am Beispiel Wald zu einem verantwortungsbewussten Handeln zu führen. Waldpädagogik ist Bildungsarbeit zur Förderung von Verständnis und Akzeptanz für die nachhaltige Waldnutzung und ist Bestandteil einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ im Sinne der UN-Dekade 2005–2014 der Vereinten Nationen. In diesem Zusammenhang hatte das Thema Nachhaltigkeit in der spielerischen Auseinandersetzung im Wald und den anschließenden Diskussionen einen besonderen Stellenwert. Was bedeutet es, eine Ressource so zu nutzen, dass sie keinen bleibenden Schaden nimmt und auch künftigen Generationen in gleicher Weise zur Verfügung steht? Was heißt es für mich, wenn Nachhaltigkeit bedeutet: Maßhalten, Selbstdisziplin und Selbstbeschränkung?
So wurde immer wieder im Erleben Emotionales und Kognitives zusammengeführt. Der Zeitpunkt der Waldpädagogiktage Anfang Mai ermöglichte es auch ganz besonders, die Schönheit der Natur zu entdecken und den Wald als Erholungszeitraum zum Praxis- und Schulalltag zu erleben. Am Abend war Zeit für gemeinsames Kochen und Essen an einer großen Baumstammtafel, Gespräche und Lagerfeuer. In den zweiten Tag stieg die Gruppe mit einer erlebnispädagogischen Kooperationsübung ein. Die erste Herausforderung war es auch für die Lehrkräfte, das im Wald versteckt liegende, erlebnispädagogische Element, eine dreieinhalb Meter hohe Holzwand zu finden. Zum Glück konnte uns ein Vorschulkind der Waldkindergartengruppe, die uns unterwegs begegnete, den Weg weisen. Interessant war es an den beiden Tagen auch, andere Gruppen, wie den Waldkindergarten oder eine Schulklasse mit körperbehinderten Kindern im Walderlebniszentrum erleben. Bei der Überwindung der Wand standen Teamgeist, Kooperation und Kommunikation der Gruppe im Vordergrund. Nach erfolgreicher Bewältigung der Aufgabe, konnten sich die Teilnehmer/-innen jeweils zwischen zwei Angeboten entscheiden. Sie hatten die Möglichkeit, ein Hochseilelement am Übernachtungsplatz zu erproben oder Naturerfahrungsspiele für die Praxis kennen zu lernen und selbst anzuleiten.
Waldaktivitäten werden von unterschiedlichen Menschen immer unterschiedlich empfunden. Was für die eine spannend ist, kann den anderen langweilen oder überfordern. Was für die eine zu inszeniert ist, erlebt der andere als faszinierend. Diese eigenen Empfindungen in Verbindung mit der Bedeutung für die Umsetzung in der eigenen berufliche Praxis zu bringen, ist ein Prozess, der in zwei Tagen sicher nicht abgeschlossen sein kann.
Für alle aber ist der Wald mit seiner großen Themenvielfalt ein Ort zum Kennenlernen und Erleben der Natur sowie ein Lernort zum Begreifen von ökologischen Zusammenhängen. Begeistert hat die Gruppe vor allem die Vielfalt der Möglichkeiten des Walderlebniszentrums Schernfeld. Vielen Dank auch an den Leiter Andreas Müller, dass wir dieses Jahr wieder Gast im Walderlebniszentrum sein durften, danke Andreas Böhm für die Führung und die Organisation, für die Bereitstellung von Wasser, Ausrüstung und Materialien. Wir kommen gerne wieder!
Wald1516
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