Eine Gruppe von jungen Erwachsenen steht schweigend, fast andächtig, auf der Anhöhe bei der Villa Remeis. Die Blicke schweifen und richten sich nach unten auf die Stadt. Es herrscht Ruhe – vielmehr eine angenehme Stille. Die 25 Berufspraktikantinnen beenden an diesem außergewöhnlichen Ort den ersten Seminartag zum religionspädagogischen Zertifikat, zu dem sie sich unter dem Thema „Eine Vielfalt, die befreit. Ideen für eine verantwortungsbewusste interreligiöse Erziehung“ getroffen haben.
Begonnen hatte der Tag mit der Zusage aus dem Psalm 139, dass wir Menschen und die Schöpfung, mit der wir leben, wunderbar gemacht sind. Und der Psalmist hatte dabei sicherlich nicht nur die äußerliche Schönheit im Blick, sondern auch die einzigartige und unverwechselbare Persönlichkeit jedes Einzelnen.
Und darum geht es an diesem Seminartag: Sensibel werden für die Unterschiedlichkeit, die Kinder und Jugendlichen mitbringen und denen wir mit unserer Einstellung in der religionspädagogischen Arbeit begegnen. Diese Sensibilisierung ist gleich zu Tagesbeginn Thema bei einer „Ausstellung“, mit Bildern aus dem Bilderbuch „Ich bin heute…“. Zeichnungen von Fischen, in leuchtenden Ölpastellfarben, drücken unterschiedliche Gefühle aus und regen dazu an, differenziert über Empfindungen zu reden.
Das Motto des Tages wird mit Geschichten, Texten und Liedern sprichwörtlich umgesetzt. Fragen werden diskutiert und Antworten auf Fragen aus der religionspädagogischen Praxis gefunden. So ist der Blick am Ende des Tages fokussiert auf die wesentlichen Aufgaben des pädagogischen Betriebs, aber irgendwie auch geweitet. Der Blick schweift noch einmal über die Dächer Bambergs. Die Zusage des Psalmisten, „Danke, dass ich so wunderbar gemacht bin“, gibt Selbstbewusstsein für die nächsten Aufgaben. Und mit der einen oder anderen Erkenntnis mehr, mit Zuversicht und Gelassenheit, geht es wieder „hinunter“ ins Tal, zurück in den Alltag.